Conrad Adolf Hartleben

(auch A. Hartleben`s Verlag)

zum Verlag und dessen Gründer:

Der von  Conrad Adolf  Hartleben gegründete „A. Hartleben’s Verlag“ erlangte um die Jahrhundertwende ins 20. Jahrhundert herein, große Popularität durch Übersetzungen der berühmten Werke des Jules Verne und des Alexandre Dumas. Als Fachbuchverlag stieg er unter der Führung, des an technischen Entwicklungen interessierten Eugen Marx auf, so dass zu besten Zeiten um 1910 jährlich 75 bis 100 Bände neu produziert wurden. Diese Zahlen schrumpften in den beiden Weltkriegen dramatisch und leiteten das Ende der kreativen Verlagstätigkeit ein. Mit einem unkapriziösen Bruch zur Tradition wurde der Verlagsmantel als Neuanfang in der Nachkriegszeit von Dr. Walter Rob begriffen, dessen Familie bis ins Jahr 2007 Inhaber war.

1802–1863 Conrad Adolf Hartleben

Conrad Adolf Hartleben wurde am 26. August 1778 im deutschen Mainz geboren und verstarb mit 5. April 1863 im österreichischen Wien. Er war der Sohn eines in Mainz lehrenden Juristen. Im Alter von 15 Jahren trat er in den Militärdienst ein, dadurch war er bei allen fast ein Jahr dauernden militärischen Auseinandersetzungen mit den Franzosen involviert. Bereits 1794 trat er wieder aus dem Militärdienst aus und folgte seinem Vater nach Wien, dort beschäftigte er sich eine Zeitlang mit den Rechtswissenschaften an der Uni Wien. 1802 kaufte der damals 24-jährige die Buchhandlung des Sigmund von Ivanics in Ofen (heute Budapest) auf. Die Bewilligung zur Errichtung einer Buchhandlung in Pest bekam er 1803 und eröffnete diese dann im Juni des nachfolgenden Jahres, als Sortiments- und Verlagsbuchhandlung. Mit großem ideellem Einsatz und kaufmännischem Geschick erarbeitete er sich ein weithin in der Monarchie bekanntes Renommee des florierenden Unternehmens. Im Jahre 1844 verlegte er den Firmenhauptsitz in das verkehrsgünstiger gelegene Wien und firmierte den Verlag ab nun unter „C.A. Hartleben’s Verlags-Expedition in Pest, Wien und Leipzig“. Weidmanns österreichischer Messkatalog von 1845 verweist auf 508 Werke des weithin bekanntenVerlagshause, welche im gesamten österreichischen Kaiserstaate zu haben waren. Conrad Adolf Hartleben beteiligt sich 1859 an der Mitgründung des Vereines der österreichischen Buchhändler. Viele Anerkennungen werden dem Verlagsgründer zu teil, so wird ihm im Jahr 1861 die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft von Kaiser Franz Joseph I. verliehen. Leider verstarben sein Sohn und seine Tochter lange vor ihm, so das er keine Erben hinterließ. Auch seine Frau verstarb bereits 12 Jahre vor ihm.

1863–1869 Adolf Hartleben

Nach dem Tod des Firmengründers werden die Geschäftszweige für Sortiment (in Pest, heute Budapest) und Verlag (in Wien) in selbstständige Abteilungen und Besitzverhältnisse aufgeteilt. Der Großneffe des Verlagsgründers, Adolf Hartleben (* 1835 in Neu-Gradiska; † 18. November 1903 in Blasewitz bei Dresden), übernimmt den gesamten deutschen und ungarischen Verlag, woraufhin der Verlag in Pest verkauft wird um die Struktur zu konsolidieren. Adolf Hartleben engagiert als Branchenneuling 1864 in der Firma A. Hartleben den jungen Eugen Marx aus Leipzig, den er während seiner Ausbildung zum Buchhändler kennengelernt hatte.

1869–1918 Eugen Marx

Eugen Marx (* 1844 in Leipzig; † 11. Juni 1934 in Graz) erhält 1869 Prokura. Der Verlag ungarischer Schulbücher in Pest wird von Gustav Heckenast, der Verlag ungarischer Belletristik von M. Rath übernommen. Adolf Hartleben verlegt 1870 seinen Wohnsitz nach Leipzig und zieht sich in den folgenden Jahren zunehmend mehr aus dem Geschäftsleben zurück. Im Jahre 1871 verkauft Adolf Hartleben seinen Geschäftsanteil an der Sortiments-Buchhandlung Hartleben & Comp. in Pest an beide Gesellschafter Agust Röber und Hermann Starke. Deren Buchhandlungsfirma Hartleben & Comp. wird 1872 in Röber & Starke in Pest umbenannt, um Verwechslungen mit dem Stammhaus A. Hartleben zu vermeiden. Die „Sortiments-Abtheilung“ „Buchhandlung für periodische Literatur“ wird 1873 mit ihren Lagerbeständen und Verbindungen, ohne Aktiva und Passiva, an die Herren Fr. Leo & Co. verkauft. Im Jahr 1875 wird das Geschäftslokal in die Wiener Walfischgasse 1, Eckhaus der Kärntnerstraße verlegt und Eugen Marx als Gesellschafter unter der Firma „A. Hartleben in Wien“ aufgenommen. 1877 beschafft er eine Remington’sche Schreib-Druckmaschine für das Comptoir und damit vermutlich eine der ersten dieser Art in Wien überhaupt. Kurz vor seinem Tod veräußert der schon lange in Blasewitz als Privatmann lebende Adolf Hartleben seinen Anteil an der als Gesellschaftsfirma betriebenen Verlags-, Sortiments- und Commissions-Buchhandlung „A. Hartleben“ 1892 an Eugen Marx. Dieser war aber auch schon 74 Jahre alt und hoffte daher auf die Rückkehr seines einzigen Sohnes. Denn dieser musste zu dieser Zeit seinen Dienst fürs Vaterland im 1. Weltkrieg leisten. In den Kriegsjahren herrschte großer Mangel an männlichen Arbeitskräften, so dass sämtliche Aufgaben des Geschäftsbetriebs von den Senioren und Frauen übernommen werden mussten und die Produktion bald völlig unterblieb. Eugen Marx trat 1918 von der Leitung der Firma zurück und übergab sie seinem als Oberleutnant und Batteriekommandant heimgekehrten Sohn Dr. jur. Richard Marx (* 25. Juni 1885 in Wien-Dornbach; † 27. September 1959 in Wien). Danach zog er sich nach Graz zurück, wo er in seiner Freizeit noch Chemie studierte.

1918–1947 Dr. Richard Marx

Das Kommissionsgeschäft wurde 1921 an die Firma „Rudolf Lechner und Sohn“ verkauft, worauf 1927 der Geschäftszweig „Abteilung Auslieferung Deutscher Verleger“ gegründet wurde. Im Jahre 1932 übernahm die Firma A. Hartleben alle Geschäftsanteile der „Wilhelm Frick Ges. m.b.H.“ und zog von der Singerstraße in die ehemaligen Räumlichkeiten der Firma Frick im Wiener Graben 27.

1947–1950 Rudolf Wolfram

Die Einzelfirma A. Hartleben wurde 1947 in die A. Hartleben offene Handelsgesellschaft umgewandelt. Die einzelvertretungsbefugten Gesellschafter waren Hugo Keller, Rudolf Wolfram und Lisbeth Michalek.

1950–2000 Dr. Walter Rob

Hugo Keller und Lisbeth Michalek traten 1950 aus der Handelsgesellschaft aus, wofür Dr. Walter Rob und Hilde Marx, eintraten. Wobei Hilde Marx, die Tochter des Dr. Richard Marx, die Gesellschaft 1952 wieder verließ. Dr. Richard Marx war noch bis 1959 im Unternehmen tätig, leider verstarb er aber, kurz vor seiner Pensionierung stehend, vollkommen unerwartet in dem Jahr. Rudolf Wolfram trat bereits 1954 wieder aus der Gesellschaft aus, so dass die Firma ab da wieder nach ihrem Alleinbesitzer hieß „A. Hartleben“, Inhaber Dr. Rob. Dr. Walter Rob welcher im Jahre 2000 verstarb.

2000–2007 Dr. Marion Unger-Rob

Dr. Marion Unger-Rob, die Tochter von Dr. Walter Rob, übernahm die Gesamtleitung des Unternehmens. 2007 endet die Einflussnahme der Familie Rob in der Hütteldorfer Straße 114.

2007- Markus Duran

Das Ladengeschäft der Buchhandlung in der Hütteldorfer Straße in Penzing wurde noch bis zum Juni 2009 vom neuen Inhaber Markus Duran mit Gründung der HERA A. Hartleben GmbH weitergeführt und dann geschlossen. Der Filialname existiert seitdem weiter als HERA A. Hartleben GmbH in der Othmargasse 25 in 1200 Wien. Das Ladengeschäft in der Hütteldorfer Straße wird seit 2010 von der Azzrael OG. unter Johann Schwendtner und Andreas Pokorny mit dem Namen „Azzrael´s Bookshop“ traditionell weitergeführt.

zu den Werken:

Dieser Verlag, hat so viele Bücher, Werke und weitere Artikel herausgebracht, das es unmöglich wäre diese alle hier aufzuzählen. Und so bitten wir Sie zu verzeihen das wir nur versuchen, interessante Werke zur Topografie, Kartenkunde und Ahnenforschung zu finden und hier aufzulisten.

  • Im Jahre 1801, noch etliche Jahre bevor er als Herausgegeber in den Buchhandel eintritt, bringt Conrad Adolf Hartleben ein eigenes Werk „Malerische Darstellungen aus Österreich“ heraus. Diese 6 Aquarelle zeigen den Leopoldsberg und die Burgen zu Mödling, Lichtenstein, Falkenstein, Merkenstein und Rankenstein.
  • „Miniaturgemälde aus der Länder- und Völkerkunde, von den Sitten und Gebräuchen, der Lebensart und den Kostümen der verschiedenen Völkerschaften aller Weltteile, mit Landschafts- und Städteprojekten, Ansichten von Palästen und Abbildungen anderer merkwürdiger Denkmäler der älteren und neueren Baukunst überhaupt. Mit 500 Kupfern.“ in 50 Bänden zwischen 1826 und 1828
  • „Geschichte des osmanischen Reiches, grossentheils aus bisher unbenützten Handschriften und Archiven.“ Von Hammer Purgstall in 10 Bänden mit 9 Karten und einem großen Stadtplan von Constantinopel, zwischen 1827 und 1833
  • „Historische Bibliothek für gebildete Leser aus allen Ständen“, in 9 Bänden zwischen 1830 und 1833
  • „Panorama der österreichischen Monarchie; oder malerisch-romantisches Denkbuch ihrer schönsten und merkwürdigsten Gegenden, bedeutender Städte mit ihren Kathedralen, Palästen und Bauwerken, berühmter Badeörter, Schlösser, Burgen und Ruinen, mit Ansichten nach Originalzeichnungen von Rudolph Alt, Franz Barbarini, Thomas Ender, Eduard Gurck u.a., in Stahl gestochen von den vorzüglichsten englichen Künstlern, mit beschreibenden Schilderungen von F.C. Weidmann, Graf Johann Mailath, Jos. v. Dorner.“ In 40 Lieferungen mit 120 Stahlstichen zwischen 1833 und 1842
  • „Edinburger Cabinets-Bibliothek für geschichtliche, geographische, naturhistorische und biographische Kenntnisse“ in 14 Teilen, verlegt zwischen 1836 und 1838
  • „Historisches Lese-Cabinet ausgezeichneter Geschichtswerke, Memoiren und Reisen aller Nationen in sorgfältigster Übersetzung“ in 28 Teilen zwischen 1850 und 1854
  • „Bibliothek der Künste“, in 11 Bänden zwischen 1870 und 1886
  • „Politisch-statistische Tafel der österreichisch-ungarischen Monarchie“ zwischen 1876 und 1882
  • „Hartleben’s Chronik der Zeit“ in 9 Heften zwischen 1882 und 1884
  • „Hartleben’s Bibliothek österreichischer Gesetze“ in 19 Heften zwischen 1885 und 1889
  • „Hartleben’s Gerichtsbibliothek“, von 1889
  • „Hartlebens Atlanten“ in mehreren Auflagen mit verschiedenen Titeln, zwischen 1889 und 1911

Quellenangaben:

  1. zu Conrad Adolf Hartleben und C. A. Hartleben`s Verlag bei Wikipedia, vom 12.10.2014 (unter: http://de.wikipedia.org/wiki/A._Hartleben%E2%80%99s_Verlag)
  2. Diplomarbeit des Martin Bruny, von 1995 über A. Hartleben, bei der Wienbibliothek (unter: http://www.wienbibliothek.at/dokumente/bruny_martin.pdf)
  3. Conrad Adolf Hartleben in der deutschen Biographie (unter: http://www.deutsche-biographie.de/sfz26188.html)
  4. Conrad Adolf Hartleben, bei „europeana.eu“ (unter: http://www.europeana.eu/portal/record/08568/dokumente_html_obj67096250.html)