Gabriel Bodenehr „der Ältere“

zu seiner Person:Gabriel-Bodenehr-203x300

Gabriel Bodenehr wurde am 08.02.1673 in Augsburg geboren und verstarb 1765 in seiner Geburtsstadt. Er war ein deutscher Verleger, Kartograph und Kupferstecher, der von etlichen deutscher Städten und Märkten Ansichten schuf. Und übernahm nach dem Tode seines Vaters im Jahr 1703, dessen Verlag. Allerdings fertigte Gabriel Bodenehr nicht nur selbst Kupferstiche, er kaufte bereits existierende auf und gab sie unter seinem Namen wieder aus, eine übliche Vorgehensweise in der damaligen Zeit. So übernahm der den Verlag des Johann Stridbeck der Jüngere 1714 als verstarb, von seinen Erben und kaufte 1717 die Kupferplatten auf, veränderte sie geringfügig und fügte weitere hinzu. Danach gab er diese Ansichten und Karten in einem seiner Werke wieder heraus. Gabriel Bodenehr entstammte der bekannten Kupferstecherfamilie Bodenehr. Bereits sein Vater Johann Georg Bodenehr (1631–1704) verdiente sich sein Geld und Brot als Kupferstecher und Verleger. Genau wie seine Brüder Moritz (1665–1749) und Georg Conrad (1673–1710) sich so ihren Lebensunterhalt verdienten. Und auch sein Sohn Gabriel Bodenehr der Jüngere (1705–1792) wurde zum Kupferstecher. 

zu seinen Werken:

  • „Atlas Curieux oder Neuer und Compendieuser Atlas, in welchem ausser den General-Land-Charten von America, Africa, Asia und Europa, und der in letzterem gelegenen Reichen und Ländern, sehr viele Speciale von besondern Provincien und Territorien, Sonderlich deren, die in letzteren Kriegen renommiert worden, enthalten sind“ erstmal 1704 von Gabriel Bodenehr in Augsburg verlegt
  • 1710 veröffentlichte Gabriel Bodenehr die erste gestochenen Grundriss-Ansicht der 3-Flüsse-Stadt Passau mit dem Titel „Grundriss der Stätte Passau, Innstatt und Ilzstatt“, verlegt bei Johann Stridbeck dem Jüngeren.
  • „Europens Pracht und Macht in … Kupfer-Stücken worinnen nicht nur allein die Berühmtest und Ansehnlichste sondern auch ander Stätte, Festungen, Schlösser, Klöster … vermittelst anmuthiger … Prospecte … Vorgestellet werden. Verlegt und herausgegeben aniezo Von Georg Christoph Kilian, Kupferstecher in Augspurg“. Dieses Werk wurde von Bodenehr und Kilian gleichermaßen geschaffen und dann um 1710 in Augsburg in 3 Teilen (lt. Nebehay/Wagner sind an manche 3. Teile auch noch ein 4. Teil angebunden) verlegt
  • „Curioses Staats und Kriegs Theatrum Dermahliger Begebenheiten durch Unterschiedliche Geographische, Hydrographische, Topographische, Chronologische, Genealogische, Historische & c. Carten, Abrisse und Tabellen Erläutert und zu Bequaemen Gebrauch Ausgefertigt“, insgesamt 8 Bände in 2 Teilen des Gabriel Bodenehr in Augsburg um 1720

Zu dem vorangegangenen Werk, hier noch die einzelen Titel:

Teil 1 „Curioses Staats und Kriegs Theatrum…“ großteils Südwestdeutsche Ansichten (mit 44 Stichen)

Teil 2 „Curioses Staats und Kriegs Theatrum…“ zumeist Belgien (mit 46 Stichen)

Teil 3 „Curioses Staats und Kriegs Theatrum…“ hauptsächlich Lothringen/Rheinland (mit 31 Stichen)

Teil 4 „Curioses Staats und Kriegs Theatrum…“ betrifft Hispanien und Italien (mit 54 Stichen)

Teil 5 „Curioses Staats und Kriegs Theatrum in Italien“ mit 29 Kupfertafeln

Teil 6 „Curioses Staats und Kriegs Theatrum am Rhein“ mit 29 Kupferstichen

Teil 7 „Das durch den Römischen Adler von den Türcken befreyete Königreich Ungarn…“ mit 28 Kupfertafeln

Teil 8 „Geographische Vorstellung der so genandten Kleinen Tartarey …“ mit 21 Kupferansichten

 

Weiters hat Gabriel Bodenehr noch folgende Werke herausgebracht:

 

  • „Force d‘ Europe oder die Merckwürdigst– und Fürnehmste, meistentheils auch Ihrer Fortification wegen Berühmteste Staette, Vestungen, Seehaefen … in Europa“ im Jahr 1726 ebenfalls in Augsburg von Gabriel Bodenehr verlegt

Quellenangaben:

  1. Gabriel Bodenehr auf Wikipedia vom 21.08.2014 (unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Gabriel_Bodenehr_der_%C3%84ltere)
  2. Johann Stridbeck auf Wikipedia vom 21.08.2014 (unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Stridbeck_der_J%C3%BCngere)
  3. Der digitale „Atlas Curieux“ aus der bayrischen Staatsbibliothek /unter: http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/bsb00001268/images/index.html?id=00001268&fip=eayaxsqrseayaeayaweayaewqeneayaxdsyd&no=9&seite=1)
  4. Wolfgang Seitz – Augsburger Vedutenstecher des 18. Jahrhunderts (unter: http://kalden.home.xs4all.nl/auth/Seitz-optica-Typescript1982.pdf)
  5. Das digitale Werk „Das durch den Römischen Adler von den Türcken befreyete Königreich Ungarn“ um 1700 (unter: http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/bsb00001262/images/index.html?fip=193.174.98.30&seite=187&pdfseitex=)
  6. Auktionen bei Kettererkunst von 2008 (unter: http://www.kettererkunst.de/kunst/kd/details.php?obnr=410806377&anummer=348)
  7. Nebehay/Wagner, Nachschlagewerk „Bibliographie altösterreichischer Ansichtenwerke aus fünf Jahrhunderten