Alte Trainkaserne in Linz – Landstraßenseite

/Alte Trainkaserne in Linz – Landstraßenseite

Alte Trainkaserne in Linz – Landstraßenseite

      – historische Kartenbezeichnung: Alte Trainkaserne in Linz: Landstraßenseite. –

– heutige Bezeichnung: Linz – Landstraße / Schillerpark 

-heutige Lage oder auffällige Begebenheiten: An der Linzer Landstraße, da wo sich heute der Schillerpark befindet, befand sich Jahrhunderte lang ein Siechenhaus. Dieses (wohl von der Linzer Stadtgemeinde gegründete) Siechenhaus zu Straßfelden, nur einen Kilometer südlich der einstigen Linzer Stadtmauer, kümmerte sich mittels Aufnahme,Pflege und Verpflegung um verarmte, krankhafte und sieche Bürger und Bürgerinnen. Straßfelden war lange Zeit ein kleines und unbedeutendes Dorf rund um die heutige Landstraße, südlich der Linzer Mozartkreuzung und in der Umgebung des Linzer Schillerpark`s. Nachdem das 1344 errichtete Straßfeld`ner Siechenhaus 1558 durch eine „vermutlich irrsinnige“(?) Bewohnerin in Brand gesteckt und dadurch zerstört wurde, verblieb es erstmal viele Jahre als solche Brandruine bestehen. Erst 1602, durch eine Wohltäterin, die adelige Anna Pichler (zum Kettenhof und Indernsee) wurde es, an der bis ins 20. Jahrhundert bestehenden Stelle und mit dem hier ersichtlichen Äusseren (inkl. des steilen Schrägdaches) wieder errichtet. Noch in dieser Zeit, zum Beginne des 17. Jahrhunderts gab es hier neben Feldern und üppigen Gärten nur einzelne Häuser und Gehöfte, wie die „Seilerstätte“ (wohl seit 1590), das alte Herrenhaus (dazu siehe man auch unter: 212243) und den Meßbach-Hof (evangelisches Pfarrhaus). Die Umgegend und das Siechenhaus sind sogar um 1830 noch so uninteressant, das nicht einmal eine lithographische Ansicht aus dem Hause der lithographischen Kunstanstalt des Josef Hafner von diesem erschienen ist. Ausser der bedeutenden Landstraße von Linz Richtung Ebelsberg gab es noch keine größeren Wege in der Umgebung und es entstanden erst langsam kleine Verbindungsgassen zwischen der Umgebung und der Landstraße. So verlief hinter dem Siechenhaus (und der Trainkaserne) einst das Siechenhaus-Gassel, aus welchem später die Feldgasse (1835) und dann weiters die Feldstraße wurde. Bis schließlich 1934 der heute gebräuchliche Name Rainerstraße für den rückseitigen Weg zwischen Schillerpark und Volksgarten vergeben wurde. Ab zirka 1620, nachdem Graf Herberstorff zum oberösterreichischen Statthalter ernannt und ins Linzer Schloss eingezogen war, und daraufhin nächtens die Linzer Stadttore zu schließen, nahm Straßfelden plötzlich einen Aufschwung. Den in der Folge der, zur nächtlichen Stunde geschlossen Tore mussten die, in diesem Zeitraume eintreffenden Händler, Boten usw. irgendwo untergebracht werden. Und so entstanden neben dem, vom einstigen Edelsitz Straßfelden zum Einkehr-Gasthofe umgewandelten „Herrenhaus“ etliche neue kleine Häuschen und Häuser. Durch die neuen Häuser zwischen (heutiger) Bürgerstraße und (heutiger) Goethestraße bürgerte sich auch der Name „Neuhäuseln“ für dieses Gebiet ein und die uralte Dorfbezeichnung Straßfelden geriet in Vergessenheit. Im Jahre 1757 wurde das Siechenhaus schließlich aufgelassen und der Orden der barmherzigen Brüder (welchem durch die Erlaubnis der Kaiserin Maria Theresia die Erlaubnis zu teil wurde, sich in Linz niederzulassen) übernahmen das Gebäude um einen Konvent inkl. Spital errichten zu können. Die Kranken und Siechen kamen ins Bürgerspital. Der Orden adaptierte das Gebäude und errichtete neben einer Kapelle auch einen Gottesacker. 1770 konnten die barmherzigen Brüder ihr Spital erweitern und ab 1772 durften sie auch, unter Auflagen Arzneien öffentlich verkaufen. 1779 bekamen die barmherzigen Brüder schließlich den Ort, an welchem sie sich auch heute noch befinden, durch Kaiser Josef II. zugewiesen. Hierbei handelt es sich um das Kloster und die Kirche des aufgelassenen Karmeliterinnen-Konvents, gelegen an der Herrengasse. Das alte Siechenhaus wurde seinerseits dem Religionsfonds zugeführt und von diesem 1809 an das Militärärar verkauft. Von dieser oder einer anderen militärischen Organisation wurde dann Anfang des 19. Jahrhunderts die Trainkaserne an das alte Siechenhaus angebaut. In der Folge dienten beide Gebäude militärischen Aufgaben, so als „Militärknaben-Erziehungsinstitut“, 1831 notgedrungen als „Choleraspital“, als „Militär-Rekonvaleszentenheim“ und ab 1870 zur Kasernierung der „Genie- und Sanitätssoldaten“, sowie ihrer Mannschaft und dem zugehörigen Fuhrwerke. Ende des 19. und bis ins 20. Jahrhundert hinein verhandelte schließlich die Stadt Linz mit dem Militärärar über das wertvolle und mittlerweile im innerstädtischen Gebiete gelegenen Areal und konnte dieses schließlich kaufen. Im Süden des heutigen Schillerpark`s war bereits ein Belustigungspark geschaffen, welcher durch die 1909 erfolgte Abtragung des Siechenhauses und der Trainkaserne massiv erweitert wurde. 1910 bekam der Schillerpark schließlich seinen heutigen Namen und die architektonischen Reste des einstigen Neuhäuseln bzw. Straßfelden waren restlos beseitigt, da ab 1902 auch die „Neuhäuseln“ gegen die heutigen Gebäude an der Landstraße getauscht wurden. (Quellen: Unterhaltungsbeilage der Linzer Tages-Post vom 23.05.1909 / linzwiki.at – Rainerstraße / wikipedia.at – Adam von Herberstorff / wikipedia.at – Schillerpark (Linz) / Hanns Kreczi – Die Linzer Häuserchronik von 1941)  

  

Druckgraphik

  

fotographiert von Ernest Fürböck, um 1909

verlegt mittels der Unterhaltungsbeilage der Linzer Tages-Post (vom 23.05.1909) des Julius Wimmer zu Linz, im Jahre 1909

 

Preis: € 270,00 inkl. MwSt. (als Original)

Größe des Blattes: ca. 14,9 cm x 11,0 cm

Größe der Ansicht: ca. 14,0 cm x 9,6 cm

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