Baumwoll-Spinnerei und Weberei Grosspriesen

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Baumwoll-Spinnerei und Weberei Grosspriesen

    

-historische Kartenbezeichnung: Baumwoll-Spinnerei und Weberei Grosspriesen –

-heutige Bezeichnung: Velke Brezno (Grosspriesen) 

-heutige Lage oder auffällige Begebenheiten: Zeigt die um 1896 errichtete Baumwoll-Spinnerei und Weberei zu Grosspriesen an der Elbe im Norden Böhmens. Die einstmals deutschsprachige Gemeinde Grosspriesen liegt zwischen Aussig und Tetschen, südlich der deutsch-tschechischen Grenze und gehörte einst (während der Habsburger Monarchie) zum Gerichtsbezirk Aussig. Großpriesen war seit den 1870er Jahren durch die k.k. privilegierte österreichische Nordwestbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen und bekam im Jahre 1890 auch noch eine Zweigbahn nach Auscha (heute Ustek) mit dem Namen „Lokalbahn Großpriesen-Wernstadt-Auscha“ (erbaut u.a. durch die Wiener Firma „Stern & Hafferl“). 1978 wurde der Eisenbahnverkehr eingestellt und ab 1979 ein großer Teil der Strecke demontiert, der übriggebliebene Rest dient heute als Museumsbahn.

Vom einstigen Meinl`schen Fabriksgebäude ist heute nichts mehr zu sehen. Um 1900 waren die Haupterzeugnisse Garne und Zwirne aus Baumwolle, Zellwolle und Kunstseide, Gewebe für Leib- und Bettwäsche, Vorhangstoffe, Batiste, Plattstichgewebe, Frottierwaren und Futterstoffe. Spätestens nach der Ausweisung der deutschböhmischen Bevölkerung und dem Niedergang der Industrie verschwand wohl auch die Spinnerei und Weberei.

Und nun noch kurz zur Meinl`schen Geschichte: Josef Anton Meinl (lebte von 1754 bis 1823) begann als Spitzenhändler in Albertham (im Bezirk St. Joachimsthal) den Aufstieg seiner Familie einzuleiten. Sein Sohn Adalbert (1780–1844) bekam im Jahre 1806 eine „Handlungs-“ Lizenz und „Gewerbebefugnis“ zum Spitzenhandel in Bärringen (ebenfalls im Bezirk St. Joachimsthal) und dann 1818 noch die Genehmigung zur Spitzenerzeugung dazu. So konnte er in den Jahren 1836 (Wien) und 1838 (Budapest) Niederlassungen eröffnen. Auch dessen Sohn, Anton Karl Meinl (1821–73) trat in das Unternehmen ein (1837) und wurde nach dem Tode des Vaters im Jahre 1844 Gesellschafter der Spitzenfabrik „Adalbert Meinl’s Erben“ in Bärringen, welche zunächst seine Mutter mit Hilfe seines Schwagers weitergeführt hatte. Im Jahr 1852 kam noch eine Niederlassung in Mailand dazu und schließlich trat noch der Bruder Anton Karl Meinl`s, Josef Wilhelm Meinl als Gesellschafter in die Firma ein. In Wien wurde ein Manufakturwarengeschäft (1858) eröffnet und in Karlsbad und Prag entstanden 1866 weitere Niederlassungen. Im Jahre 1860 begann Anton Karl Meinl mit dem Bau einer Fabrik in Bärringen und bereits 1862 kam noch eine mechanische Weberei (erzeugte Tülle und Baumwollweißwaren) durch Ankauf in Grünberg (Bezirk Graslitz) hinzu. Anton Karl Meinl starb 1873 und so wurde Josef Wilhelm Meinl welcher vorher die Wiener Niederlassung und seit 1871 auch noch die Grünberger Fabrik geleitet hatte, Leiter der Firma A. Meinl`s Erben. Nachdem die Grossprieser`ner Spinnerei und Weberei 1896 errichtet wurde, kam noch eine weitere Wiener Niederlassung mit Warenhaus (dem sogenannten „Bärringer Hof“) 1897 hinzu. Bereits 1874 waren die beiden Söhne Anton Karl Meinl`s, Theodor Karl und Adalbert Prokop in die Firma „Adalbert Meinl’s Erben“ eingetreten. Wobei Adalbert Prokop bereits 1885 der alleinige Leiter des Bärringer Betriebes wurde, er war von 1889 bis zu seinem Tode Bürgermeister von Bärringen, wo er den Meinl-Stadtpark. eine Bürger- und Fortbildungsschule und eine Armenhausstiftung errichtete. Er hatte großen Anteil am anhaltenden Erfolg des Unternehmens, welches noch weitere Niederlassungen in Marburg an der Drau und in Hermannstadt (Siebenbürgen) eröffnete. Nach seinem Tod übernahmen und führten seine Söhne und weiters seine Enkel das Unternehmen fort.

Man beachte dazu auch bitte die beiden weiteren Ansichten des Meinl`schen Unternehmens unter 202143 und 207086.

(Quelle(n): wikipedia.org zu „Velke Brezno“ und „k.k. pivilegierte österreichische Nordwestbahn“ / austria-forum.org zu „Bahnstrecke Velke Brezno-Vernerice-Ustek“ / deutsche-biographie.de zu „Meinl“.  

 

Rechnung mit lithographischer „Fabriks“-Ansicht

   

gezeichnet und zu Papier gebracht, von „unbekannt“ um 1899

herausgegeben auf einer Rechnung der Wiener Niederlage der Stickerei-, Spinnerei- und Webe-Fabriken von A. Meinl`s Erben, im Jahre 1900

    

Preis: € 150,00 inkl. MwSt. (als Original)

Größe des Blattes: ca. 9,5 cm x 9,5 cm

Größe der Ansicht: ca. 8,5 cm x 4,5 cm

Bestellnummer: 207085

 

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2020-03-21T01:04:25+00:00