Boitzenburg – Bötzenburg – von 1652

/Boitzenburg – Bötzenburg – von 1652

Boitzenburg – Bötzenburg – von 1652

  

 -historische Kartenbezeichnung: Bötzenburg –

-heutige Bezeichnung: Boitzenburg –

-heutige Lage oder auffällige Begebenheiten: Zeigt die heutige, im Brandenburger Landkreis gelegene Gemeinde Boitzenburger Land, welche dereinst aus dem Dorf Boitzenburg (im Jahre 1269 als Marienfließ bezeichnet) und dem Städtchen bzw. Flecken Boitzenburg gewachsen ist. Das hier, im rechten Bildteil ersichtliche Schloss Boitzenburg existiert auch heute noch. 

Der heutige Ortsteil Boitzenburg der amtsfreien Gemeinde Boitzenburger Land (im Landkreis Uckermark des deutschen Bundeslandes Brandenburg) ist aus ursprünglich zwei Ortssiedlungen zusammengewachsen. So gab es einst das Dörfl Boitzenburg welches bereits 1269 unter dem Namen Marienfließ genannt wurde und laut „Carolinischem Landbuch von 1375“ nebst der Stadt Boitzenburg zu finden war. Wahrscheinlich lag es ungefähr auf dem Gebiet des heutigen Marktflecken. Das Städtchen Boitzenburg lag dagegen am Marienberg, mit der auf der Höhe gelegenen Marienkirche. Weiters wurde auch eine Mühle 1375 in der Nähe des Städtchens erwähnt. Um 1403 gehörten die Stadt wie auch das Dorf zum Kloster Marienpforte.  Das Schloss Boitzenburg wurde 1276 erstmals urkundlich erwähnt.  Die Familie von Arnim, welche ab dem 16. Jahrhundert die zentrale Rolle in der Herrschaft spielte, erhielt erstmals am 29. Januar 1429 das Schloss und die Vogtei. 1439 erhielt Hans von Arnim den Auftrag, bauliche Maßnahmen vorzunehmen und die Ringmauern auszubessern. Dieser erwarb Kröchlendorff. Bereits 1433 erhielt er und sein Bruder die Stadt Strasburg mit drei Dörfern, darunter Neuensund. 1438 wurde Hans mit Schloss Zehdenick belehnt, später auch mit Sperrenwalde, sowie Stadt und Schloss Biesenthal. Schließlich wurden die Vogteien Lychen und Woldegk seinem Schutz unterstellt. Schließlich bekam Henning von Arnim 1486 das Schloss Boitzenburg, mit den Steuern von Prenzlau, Strasburg und Templin, die Vogtei und Stadt Lychen, sowie die Vogtei im Uckerlande. Henning war bereits Besitzer der Hälfte von Schloss und Stadt Biesenthal und von Gerswalde. Seine Söhne sollten durch markgräflichen Auftrag das baufällig gewordene Schloss wieder herrichten. Es folgten noch die Namen von Krummensee und von Alvensleben, bevor von 1528 bis 1945 die Arnims ununterbrochen die Herrschaft über Boitzenburg innehatten. 1528 tauschte Kurfürst Joachim I. das Schloss Boitzenburg gegen das Schloss Zehdenick, welches zuvor von Hans von Arnim, dem Landvogt der Uckermark, gekauft worden war. Zu dieser Zeit gehörten durch verschiedene Abgaben und Dienste folgende Ortschaften zum Schloss Boitzenburg: Beenz, Berkholz, Boitzenburg (Dorf und Stadt), Bröddin, Hardenbeck, Haßleben, Klaushagen, Klosterwalde, Krewitz (wüst), Kuhz, Küstrinchen, Mahlendorf, Mechow, Niegelsdorf (wüst), Rosenow, Rutenberg, Sovow, Thomsdorf, Neu- u. Alt-Thymen, Warthe, Weggun und Zervelin (wüst). Daneben gehörten viele Seen, Holzungs- und Jagdanrechte, sowie Geld- und Kornpachten von weiteren Orten dazu. Hans von Arnim kaufte außerdem noch Besitzungen in Kröchlendorff und Wichmannsdorf sowie den Ort Petznick dazu. Als 1539 das Kloster Marienpforte säkularisiert wurde, konnte Hans die wichtigste Erwerbung, die gesamten Güter des Klosters von Kurfürst Joachim II. anzukaufen, tätigen. Auf Hans folgte dessen Sohn Bernd von Arnim als Besitzer der Herrschaft Boitzenburg. 1570 waren im Dorf Boitzenburg ein Schulz, ein Krüger, vier Bauern und acht Kossaten (niederdeutsch für „Bauern“) ansässig. Auch noch im 17. Jahrhundert wurde zwischen Dorf und Städtchen Boitzenburg unterschieden. Auf Bernd folgte dessen zweiter Sohn Hans Georg von Arnim (1581–1641), oft auch genannt Johann Georg, der sein Land durch den Dreißigjährigen Krieg bringen musste. 

In einem Bericht von 1687, fast 40 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg, heißt es, dass von ursprünglich 12 Fischern der Stadt Boitzenburg nur noch 2 vorhanden wären. Die Wassermühle Boitzenburgs wurde Schlossmühle genannt. Das Dorf Boitzenburg (Marienfließ) hatte ebenfalls stark gelitten. Dort seien von den sechs Bauernstellen, die 23 Hufe beackert hätten, durch den Krieg wüst geworden, sodass die Herrschaft von Arnim das Land bewirtschafte. Die Mühle des Dorfes hieß Klostermühle. Sie existiert heute noch und fungiert als Museum. Die Marienkirche scheint den Dreißigjährigen Krieg gut überstanden zu haben. Um die enormen Schäden des Dreißigjährigen Krieges in der Herrschaft zu beseitigen, mussten etliche Maßnahmen und Entbehrungen in Kauf genommen werden. Den die Dörfer mussten neu mit Bauern besetzt und ebenso ausgestattet werden. Daher erfolgte um 1750 schließlich die Vereinigung von Dorf und Stadt Boitzenburg zu einem einzigen Marktflecken. Das Bevölkerungswachstum des Ortes stagnierte bis zur Jahrhundertwende zum 19. Jahrhundert, statt 662 Einwohner im Jahr 1750, gab es im Jahr 1801 genau 663 Einwohner. Von diesen gab es in Boitzenburg 10 Leineweber, 10 Maurer, 5 Schuhmacher, 6 Schneider, 2 Böttcher, 3 Tischler und viele Einzelhandwerker. Daneben existierten zwei Gasthöfe. Jährlich fanden zwei Krammärkte statt. Die Bauern bauten auf ihrem Land Roggen, Gerste, Hafer, Erbsen, Linsen, Wicken, Kartoffeln und Buchweizen an. Von Adolf Heinrich Graf von Arnim-Boitzenburg (1803–1868) stammen die Auffahrten des Schlosses an der Vorderseite. Sein Sohn Adolf (1832–1887) gab dem Schloss das renaissancehafte Aussehen des hier vorliegenden Stiches des Caspar Merian wieder. Die Einwohnerzahl Boitzenburgs wuchs bis 1860 auf 1045, schrumpfte jedoch bis 1900 wieder auf 776. 1925 hatte Boitzenburg 888 Einwohner, 1933 jedoch wieder nur 725, wobei diese Zahlenangaben Gut und Gemeinde Boitzenburg mit einbeziehen.

Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges gab es in dem der Renaissance entstammenden Tiergarten der Schlossanlage eine Wisentzucht. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die in den 1920er Jahren vor dem Aussterben bedrohten Wisente jedoch ein Opfer von Wilderern. Die einzigen Nachkommen der Boitzenburger Wisentzucht leben heute in Springe am Deister. Der Forst Boitzenburg beherbergte sogar Schreiadler. Daneben gab es noch mehrere Fischadler- und zwei Seeadlerhorste.

Der letzte Arnimsche Besitzer von Schloss Boitzenburg war Joachim Dietlof von Arnim-Boitzenburg (1898–1972), welcher 1945 kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee mit seiner Familie in den Westen flüchtete. Die russischen Besatzer enteigneten die Grafenfamilie im selben Jahr entschädigungslos. Den ca. 10.000 Bände umfassenden Bestand der Schlossbibliothek verpackten die Sowjets sorglos in Lattenkisten und ließen diese nach Moskau transportieren. Seitdem gilt der größte Teil des Bestandes als verschollen. Nur einzelne Exemplare sind seitdem auf verschlungenen Pfaden wieder aufgetaucht. Durch die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone wurde das enteignete Land zunächst an landlose Bauern, Landarbeiter und Flüchtlinge aufgeteilt, die es später in die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) einbrachten. Der Forst wurde überwiegend verstaatlicht. 1946 zerstörte ein Brand teilweise die Turmaufbauten und den Renaissancegiebel des Schlosshaupthauses aus Graf Adolfs Zeit. Das große Dach konnte jedoch wiederhergestellt werden. In den 1970er Jahren starben der letzte Graf von Boitzenburg und seine Frau im Exil. Nach der Wende, im Jahre 1994, konnten ihre Urnen in das Boitzenburger Familiengrab der Arnims überführt werden.

Am 26. April 2003 wurde das Schloss Boitzenburg nach 1999 begonnenen umfassenden Renovierungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es beherbergt ein Hotel und ein Restaurant. Der gegenüberliegende Marstall wird als Kreativzentrum, Bauernmarkt und Veranstaltungsbereich genutzt. Das Amt Boitzenburg (Uckermark) wurde per 1. August 1992 festgelegt. Das Amt hatte seinen Sitz in der Gemeinde Boitzenburg im damaligen Kreis Templin (mit den 10 Dörfern Berkholz, Boitzenburg, Buchenhain, Funkenhagen, Hardenbeck, 

Hassleben, Jacobshagen, Klaushagen, Warthe und Wichmannsdorf). Mit 27. Dezember 2001 genehmigte das Ministerium des Innern den Zusammenschluss der Gemeinden Berkholz, Boitzenburg, Buchenhain, Funkenhagen, Hardenbeck, Haßleben, Klaushagen, Jakobshagen, Warthe und Wichmannsdorf zur neuen Gemeinde Boitzenburger Land zum 31. Dezember 2001. Das Amt Boitzenburg (Uckermark) wurden zum selben Zeitpunkt aufgelöst.

  • Quelle: Wikipedia im Juli 2014
     

Kupferstich-Stadtansicht

 

gestochen von Caspar Merian um 1652

herausgegeben in der „M Z : Topographia Electorat, Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae. Etc. das ist Beschreibung der Vornembsten vnd bekantisten Stätte vnd Plätz in dem hochlöblichsten Churfürstenthum vnd March Brandenburg; vnd dem Hertzogtum Pommeren, zu sampt einem doppelten Anhang, 1 Vom Lande Preußen vnnd Pomorellen 2 Von Lifflande vnnd Selbige beruffenisten Orten.“ bei Matthäus Merian`s seel. Erben in Frankfurt/Main, 1652

 

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2020-03-06T18:41:10+00:00