Kloster und Kirche der Elisabethinerinen zu Linz – von 1846

/Kloster und Kirche der Elisabethinerinen zu Linz – von 1846

Kloster und Kirche der Elisabethinerinen zu Linz – von 1846

    

– historische Kartenbezeichnung: Kloster u. Kirche der Elisabethinerinen zu Linz, von der Süd=Ost=Seite. –

– heutige Bezeichnung: Linz – Kloster der Elisabethinen mit der Klosterkirche –

-heutige Lage oder auffällige Begebenheiten: Zum Orden der Elisabethinen.

Im Jahr 1207 wurde die spätere heilige Elisabeth (von Thüringen), als Tochter des Andreas II., des Königs von Ungarn und der Gertrude von Meran (aus dem uralten deutschen Hause von Andechs), auf dem Schlosse zu Preßburg geboren. Von Kind auf lebte diese auf dem Hofe ihres Verlobten Ludwig von Thüringen, so wie es der damaligen Sitte entsprach.

Im Jahre 1221 vermählten sich die beiden, trotz allerhand Widerspruch`s. Bis ins Jahr1227 haben die beiden einem Sohne und 3 Töchtern das Leben geschenkt, und auch das Land blühte unter dem Fürstenpaare im Wohlstand auf.

Im Laufe des Jahres 1227 folgte Ludwig von Thüringen dem Rufe des Kaisers Friedrich II. zum Kreuzzuge ins heilige Land, doch bei veränderter Lebensweise und in dem ungewohnten Klima von einer tödlichen Krankheit ergriffen, starb er in der schönsten Blüte des männlichen Alters zu Otranto im südlichsten Italien am 11.09.1227.

Um das Jahr 1290 herum entschied sich Elisabeth von Thüringen der Hilfe der Kranken und weiters auch eine Unterstützerin der Armen und Unglücklichen zu sein. Daher gründete sie aus den Erträgnissen ihres Heiratsgutes in ihrem Lande 2 Hospitäler für arme Kranke, entsagte bald darauf der Welt und da sie schon vorher die 3. Regel des heiligen Franziskus angenommen hatte, nahm sie nun auch das Ordenskleid und legte nun die feierlichen Gelübde der Armut, des Gehorsames und der Keuchheit ab und verlebte die übrige kurze Zeit ihres Lebens in einem der beiden Hospitäler, ergeben im Dienste der Sorge für die Kranken.

Ein solches Beispiel blieb nicht ohne Nachahmung. Witwen und Jungfrauen vereinigten sich mit der edlen Fürstin zu gleichem Dienste, unter denselben Gelübden und bildeten bald einen eigentlichen klösterlichen Verein, dessen Gründung Elisabeth nur um wenige Jahre überlebte, denn bereits 1231 (am 19.11.1231) verstarb Elisabeth zu Marburg.

Der Papst Gregor IX. zählte Elisabeth von Thüringen bereis im Jahre 1235 förmlich den zu den Heiligen. Aber auch auf einer andere Weise bleibt ihr Name unverlöscht. Den der segen, der dem ersten klösterlichen Vereine der Art entquoll, rief bald an andern Orten ähnliche Vereine hervor, die man nach ihrer ersten Gründerin „Vereine der Elisabethinerinnen“ nannte. Dieser Orden hatte sich bereits aus Thüringen in andere Gegenden Deutschlands und auch nach Italien verbreitet. Meistenteils war es der mildtätige Sinn edler Frauen, welche die heilige Elisabeth nachahmend, ihre irdischen Güter freudig darbrachten, um für arme Kranke und Notleitende eine Freistätte, die sich ihnen auftäte, zu gründen.

Aber erst 1622 wurde der Elisabethiner-Orden durch die aus Aachen stammende Apollonia Radermacher (1571 – 1626) gegründet. Sie eröffnete in diesem Jahr die erste Niederlassung in der, zum Erzbistum Köln zählenden Stadt Düren, von wo aus im Jahre 1690 das Grazer Kloster besiedelt wurde. Die Elisabethiner zählten als 3. Orden des heiligen Vater Franziskus.

Im Jahre 1693 wurden der Stiftungsbrief des Grazer Elisabethiner-Ordens, einer Stiftung der Gräfin Theresia Wagenberg (geb. Fürstin von Lichtenstein) unterzeichnet und der Grundstein, des bis heute bestehenden Krankenhauses gelegt. Von Graz aus ging es nach Wien, wo 1709 ein Kloster der Elisabethinen gegründet wurde. Den zugehörigen Hospitalbau bestiftete die Fürstin Maria-Antonia Montecuccoli. Am 08.04.1710 zogen die vom Grazer Kloster stammenden Frauen in die neuen Wiener Räumlichkeiten ein. Von Wien wurden in weiterer Folge dann Niederlassungen in Prag (1719), Pressburg (heute Bratislava, 1738), Linz (1745) und Brünn (1754) eröffnet und besiedelt.

Das Linzer Kloster der Elisabethinen und dem zugehörigen Krankenhaus.

Im Jahre 1740 zog die Hofapothekerstochter Ernestina von Sternegg ins Wiener Elisabethinen-Kloster. Ihr Vater (der Hofapotheker in Wien gewesen und seiner Verdienste willen in den Ritterstand erhoben worden war) war erst vor kurzem gestorben und nun verbrachte sie hier 2 Jahre im weltlichen Kleide bevor sie am 27.12.1742 das geistliche Kleid ohne Ablegung der feierlichen Gelübde doch mit dem Vorbehalte nahm, es auch wieder abzulegen, wenn es ihr rätlich scheinen würde. So lebte sie jetzt in dieser Gemeine unter dem Namen Maria Innozentia und hier schloss sie bald innige, vertraute Freundschaft mit einer gleichgestimmten Seele, Maria Viktoria vom heiligen Joseph (Apothekerin )

Durch den Tod (an den Kindsblattern) ihres Bruders, zu Brünn im September des Jahres 1744 reifte der Entschluss ein eigenes Kloster zu gründen.In dieser Gesinnung unternahm sie eine Wallfahrt nach Maria Zell (Mariazell). Inbrünstig flehte sie hier den göttlichen Beistand an für das wohltätige Werk, spendete reichliches Almosen, kleidete Arme und Verwaiste ein und kehrte im Innern gestärkt nach Wien zurück. Am 21.06.1744 informierte Innozentia ihre damalige Oberin Maria Aloisia bei den Feiern ihrer Namensfeste mit dem gefassten Plane, welche aber darüber sichtlich nicht erfreut war. Nichts destotrotz wurde dank der Unterstützung des Freiherrn von Moser die Stiftungs=Konstrakte errichtet. Die Stifterin bestimmte 30.000 Gulden sicheres bei der niederösterreichischen Landschaft anliegendes Kapital zum Unterhalte der Klosterfrauen und zur Verpflegung der aufzunehmenden Kranken und 20.000 Gulden zur Ausführung des notwendigen Baues. Zum Beginn des wohltätigen Institutes erbat sich Ernestina von der Oberin des Wiener-Klosters vier vertraute Frauen.

Günstig für das geplante Unternehmen war auch der damalige Landeshauptmann in Österreich ob der Enns, Ferdinand Bonaventura Graf von Weissenwolff. Seiner eifrigen Tätigkeit und den unverdroßenen Bemühungen des damaligen ständischen Syndikus Johann Tobias Schmidtpaur von Mannstorf war es zu verdanken, das unterm 26.04.1745 die landesfürstliche Zustimmung erfolgte.

Nun musste für die neue Anstalt in Linz nurmehr ein Freihaus oder ein anderer vollkommen freier Grund ausser der Stadt erworben werden. Doch nirgends fand sich etwas passendes, bis die kaiserlichen Vorgaben gelockert wurden und schließlich, noch im Jahre 1745 um 3500 Gulden am Ende der Bethlehemgasse ein nach allen Seiten offenes Grundstück von dem Ratsherrn und bürgerlichen Rauchwaarenhändlers Johann Jakob Isinger abgekauft werden konnte (wegen des auf dem Grundstück an den Linzer Magistrat laufenden Dienstes hatte, das Kloster noch etliche Jahre Streit mit dem Linzer Magistrat).

Nun wurde mit dem Linzer Baumeister, Mathias Krinner, wegen des Baues eines Traktes (gegen Mitternacht) Abrede getroffen, der Bauriß entworfen und genehmigt,

Am 15.06.1745 traten die 4 Klosterfrauen mit der Stifterin die Reise von Wien nach Linz an und bereits am 01.09.1745 wurde mit der Erdaushebung zur Legung der klösterlichen Grundfeste angefangen und ein Teil des Issinger`schen (Isinger) Gartens als Friedhof für die verstorbenen Kranken und bis zur Vollendung der neuen Gruft, auch für die verewigten Klosterfrauen eingeplant.

Mit der Wahl der 1. Oberin am 21.11.1745 wurde mit der Bestimmung der Klausur auch gleich klösterliche Verein als, zu Passau, förmlich konstituiert erklärt. Als erste Oberin wurde Maria Kathrina Josepha vom heiligen Geiste (geborne Pezlhuber von Rosenfeld) gewählt.

Mit dem 21.04.1749 wurde durch den Protektor die Klosterkapelle (unter dem Namen der seligsten Jungfrau Maria der „Königin der“ Engel geweiht, so wie das Kloster selbst feierlich eingesegnet, in welches schließlich einen Tag später Einlass gewährt wurde. Die Klosterfrauen welche bisher im Kirchstetter`schen Hause untergekommen waren, und dort auch schon erste Kranke und Arme verpflegten fuhren nun zur deutschen Ordens=Kirche (Seminariumskirche), wo sich bereits der ganze Klerus versammelt hatte. Von hier erhob sich der feierliche Einzug ins neue Kloster. An diesem Tag wurden auch die ersten beiden Kandidatinnen im neuen Orden aufgenommen.

Für das angebundene Hospital hatte die verewigten Stifterin schon im Jahre 1749 6 Krankenbetten gestiftet, welche dann bis ins Jahr 1773 (durch weitere Stiftungen wohltätiger Linzer Einwohner auf 12 erhöht werden konnte.

Um das Jahr 1752 herum waren die Räumlichkeiten in allen Bereichen bereits mehr als unzureichend; wohl auch wegen der stetig steigenden Bevölkerung der Stadt und dem dabei erfolgten Anstiege der Zahl der armen Kranken, so das Nonnen und Kranke zurückgewiesen werde mussten. Für das junge Kloster fügte es sich aber durch die unerwartet auftretende 2. Stifterin äusserst positiv. Denn es war Maria Anna von Baumbach, die Tochter eines hochgestellten Beamten und einer Gebornen von Ehrenstein, welche (ihrer Eltern frühzeitig beraubt und auch noch bereits mit 25 Jahren Erbin auch einem Teil ihrer Großeltern) beiläufig in den Besitz von 100.000 Gulden gekommen war und welche sie vor Ablegung der feierlichen Gelübde als Eigentum dem Kloster vermachte. Nun wurde im Jahre 1754, denn es mussten erst einige Einwände gegen die Stiftung ausgeräumt werden, vom selben Linzer Baumeister, wie schon 1745 (Mathias Krinner) ein Plan zu dem neuen Bau entworfen, von den Klosterfrauen genehmigt und so bereits am 01.03.1754 der erste Stein gelegt, zum Trakte gegen Aufgang und Mittag. Dieser Bau, der gegen 40.000 Gulden verschlang, ward mit solchem Eifer betrieben, das bereits am 01.05.1757, das neue Gebäude bezogen werden konnte.

Um 1760 wurde nun auch die Kloster=Kapelle bei dem Zudrange der Menschen zum Gottesdienste bald allzuklein. Da aus den Vermächtnissen der Schwester Maria Josepha vom Herzen Maria (Maria Anna von Baumbach) noch eine bedeutende Summe zur Verfügung stand, traten die Frauen im Jahre 1762 in Unterhandlungen mit dem Wiener=Baumeister Drientel. Der Bauplan nach dem Vorbilde der schönen Karlskirche zu Wien entworfen, wurde genehmigt und der Kontrakt dahin abgeschlossen, die nötigen Vorarbeiten sobald als möglich zu beginnen.

Vorab wurden aber, noch im Jahre 1761 durch die Oberin Maria Katharina Josepha noch Mittel gefunden, den Besitzstand des Klosters auf zweckmäßige Weise zu erweitern. Die um das Kloster zunächst herumliegenden Gründe, ehemals Eigenthum des großen Bürgerspitals, daher Spitalgründe genannt, wurden von dem damaligen Eigenthümer, Postmeister Winkler, zum Verkaufe angeboten. Der Oberin, die für klösterliche Zucht, für Ruhe und Stille der Kranken, für reine Luft der Genesenden und der fast immer in den innern Räumen verweilenden Frauen so eifrig besorgt war, konnte es nicht gleichgültig sein, in wessen Hände diese nächsten Umgebungen der Anstalt gerieten; umso weniger, weil der Käufer derselben zum Baue von Häusern mit lärmenden Beschäftigungen und schmutzigen Gewerben nicht gehindert werden könnte. Sie hielt es daher für`s ratsamste, diese Gründe (19 ½ Joch im Ausmaße betragend) um den mäßigen Preis von 4250 Gulden selbst zu erkaufen. Was schließlich auch geschah.

Durch den eigenen Tod am 29.04.1762, erlebte die Stifterin Ernestine den Baubeginn der Kirche nicht mehr, welcher noch im selbigen Jahre begonnen wurde, die feierliche Grundsteinlegung verzögerte sich aber bis ins Frühjahr 1764. Bereits 4 Jahre später stand, das ab nun schönste Linzer Gotteshaus und wurde nun am 25.10.1768 durch den nachmaligen Bischof von Leoben, Alexander Grafen von Engl feierlich eingesegnet.

Durch das Geschenk (vom 05.10.1777) der Kaiserin Maria Theresia, welche einen Teil des (jenen des an das Kloster anstossenden) Jesuitengartens, hatte das Kloster eine Lösung zwecks des Problems mit dem zu klein gewordenen, eigen Gottesacker (in einem anstossendenTeile des Issinger`schen Gartens) gefunden. Dies war die letzte Gnade der Kaiserin Maria Theresia, welche dem Kloster immer günstig gesinnt war. Sie starb am 29.11.1780 und so erfolgte bereits im Jahre 1781, durch der Kaiserin eigenen Sohne Josef II., das Verbot der ferneren Aufnahme von Kandidatinnen. Natürlich schmolz dadurch die zum Krankendienste und den übrigen Geschäften notwendige Zahl der Frauen sehr zusammen. Ab nun musste das Kloster auch seine, teils erst kurze Zeit zuvor erworbenen Gründe, stückchen Weise wieder abtreten, zuerst das Spitzfeld (30.08.1784) und im folgenden Jahre auch das Lazarethfeld und das Jesuitenfeld. Und auch der Jesuitengarten wurde wieder abgegeben, da nach den landesfürstlichen Verordnungen jetzt der städtische Gottesacker die Klosterfrauen mit aufnahm.

Bis ins Jahr 1789 kamen weitere 9 gestiftete Krankenbetten im Hospital hinzu, da aber der Mangel an Klosterfrauen immer größer (durch das Aufnahmeverbot) wurde und man sich im eigenen Hause mehr und mehr beengt und beschränkt sah, kam immer deutlicher die Absicht hervor, aus dem Kloster ein allgemeines weibliches Krankenhaus zu machen und damit zugleich auch noch das Gebär= und Findelhaus zu vereinigen. Wozu es aber nie kam.

Als Kaiser Leopold II. kurz nach seiner Thronbesteigung (1790) durch Linz reiste, besuchte er auch das Kloster, so wie das dazu gehörige Krankenhauswelches er bereits ganz weltlich eingerichtet sah.

Dieser stiftete nun (vor seinem plötzlichen Tode 1792 zu Wien) 12 neue Betten für weibliche Kranke.

Das Jahr 1800 brachte weitere massive Problem und Einschnitte für das Kloster der Elisabethinen mit sich, den nachdem am 15.08.1800 im Linzer Schlosse Feuer ausbrach und binnen wenigen Stunden das Landhaus, die Alstadt, die Hahnengasse und Klostergasse und mehrere Häuser auf dem Platze in vollen Flammen standen, und so in kurzer Zeit 80 Gebäude einäscherte, worunter u.a. auch das Gebäude des Tabaktamt und Stämpelamte (Stempelamt)war, welches nun zur einstweiligen Unterbringung in das Kloster der Elisabethinerinnen kam und hierdurch ein bedeutender Teil desselben zum Tabakverschleiße und zu Kanzleien verwendete. Weiters kamen auch noch mit dem 21.12.1800 die Franzosen ins Land und bald auch in die Hauptstadt, wodurch nun wieder feindliche Krieger zur Bewachung des kaiserlichen Amtes ins Kloster verlegt wurden.

Ab nun waren die Finanzen des Klosters auf lange Zeit nicht mehr in Ordnung zu bringen, da die Franzosen noch zweimal ins Land einfielen, eine ungemeine Teuerung der Lebensmittel mehrmals bevorstand, das Geld seinen Wert verlor und so auch Obdach und Essen suchende Menschen um vieles vervielfacht wurden. Die besseren Jahre dazwischen, waren immer nur kurze Verschnaufpausen. Für das Kloster waren die Landsammlungen die fast ausschließliche Einkommensquelle und was dann noch immer nicht abgedeckt war, wurde des öftern von Personen des kaiserlichen Hofes in Wien übernommen (v.a. Karoline Auguste von Bayern, 4. Frau des Kaisers Franz II. / I.).

Mit 01.01.1816 trat eine neue Verordnung in Kraft, welche eine Art Krankengeld in der Höhe von 24 Kreuzer von den im Krankenhause Verpflegten verlangte. Die Bürger und Dienstherrn in der Stadt waren aber durch Einquartierungen, Lieferungen und der ungeheure Teuerung im Hungerjahre 1816 vielfältig belastet, oder auch tief verschuldet, entließen erkrankende Dienstmädchen auf der Stelle ganz aus ihrem Dienste, um nicht im Krankenhause für sie bezahlen zu müssen; die Gemeinden und Angehörigen waren aus gleichen Gründen ganz unvermögend, somit mussten die Kranken selbst ihre geringe Barschaft hindangeben. Wo diese nicht vorhanden oder unzureichend war, verkauften sie Wäsche, Kleider usw. Gleiches oder noch schwereres Los traf auf arme Witwen, Frauen und Kinder von Fabriksarbeitern, wo die drückendste Armut ohnehin zu Hause war.

Im Jahre 1829 bekam das Hospital der Elisabethinen zu Linz, durch den Kollegienrat des russischen Kaisers, Paul von Demidoff, eine vollständige Badeanstalt. An zeitlichen Gütern gesegnet, freute er sich, zum Wohle der Leidenden eine solche Anstalt unter Leitung seines Leibarztes, Dr. Julius Mark, zu gründen. Zu dem Ende ließ er die Lokalität mit zwei abgeteilten Gemächern, die Leitung des Brunnenwassers mit metallenen Einlassröhren, einen großen eingemauerten Kessel und Badewannen, beides von gezinntem Kupfer herstellen, endlich auch eine reichliche Einrichtung an Wäsche, schönen Meublen (Möbel) mit der großmütigsten Freigebigkeit hinzufügen, bloß gegen die einzige 01.05. 1829 Verpflichtung, diese von ihm gegründete Anstalt auf beständige Zeiten zu erhalten.

Im Jahre 1833 wurden die Verpflegsgebühren in der Höhe von 24 Kreuzern auf Drängen der seinerzeitigen Oberin wieder abgeschafft und noch im gleichen Jahre wurden im Wege der Substription durch verschiedene Wohltäter die Turmuhr und eine dritte größere Glocke beigeschafft.

Bereits im Jahre 1830 wurden die beiden Seitenaltäre neu hergestellt und mit schönen Gemälden vom Wienermaler Anton Zitterer versehen und mit andern entsprechendem Schmuckwerke ausgestattet. 4 Jahre darauf kam die Reihe um den Hochaltar an die Reihe erneuert zu werden. Über einem äusserst gefälligen Tabernakel, auf dessen beiden Seiten ein anbetender Engel, erhebt sich das liebliche Hochaltarbild, den heiligen Franziskus vorstellend, wie er aus den Händen der Mutter Gottes den Portiunkula=Ablaß erhält, wieder ein Gemälde des oben genannten Künstlers (Anton Zitterer). Als den Altären entsprechend das ganze Innere der Kirche gefällig und mit einem Aufwande von 2326 Gulden Convektions-Münze neu verschönert und vollendet war, wurde diese vom hochwürdigsten Bischofe am 21.07.1834 feierlich eingeweihet und fortan gilt der klösterlichen Gemeine dieser Tag als ein wichtiger Festtag.

Nun war auch das Jahr 1836 war für das Kloster der Elisabethinerinnen ein in vorzüglich erfreuliches. Beim Beginne des Baues der Gmundner=Eisenbahn hatten die Nachkommen Balthaser (Balthasar) Angerer, das dem Kloster nahe liegende ehemalige Lazareth und Jesuitenfeld als Garten= und Bauplätze an mehrere Private käuflich hindangegeben. Schnell stiegen auf diesem, an der östlichen Seite des Klosters, Gebäude jeder Art empor, wodurch diesem die freie Aussicht, der Zutritt der reinen Luft benommen wurde. Das schien noch erträglich, weil wenigstens ein öffentlicher Weg das Kloster von diesen neuen Gebäuden trennte.

Der hochwürdigste Bischof, Herr Gregor Thomas Ziegler, der das rastlos tätige Konvent der Elisabethinerinnen von jeher gütig unterstützt hatte, erbarmte sich auch jetzt desselben und erkaufte in Verbindung mit einigen andern Wohltätern, unter denen Se. k. Hoheit der Erzherzog Maximilian von Österreich=Este ganz vorzüglich zu nennen ist, am 01.08.1836, einen großen Teil dieses Gartens und übergab ihn im folgenden Monate im Einverständnisse mit den andern gütigen Wohltätern als reines Geschenk an die Klosterfrauen, unter der Bedingung, das dieses Grundstück mit dem Garten des Elisabethinenklosters in Verbindung gebracht werden solle. Der so erworbene geräumige Garten wurde mit dem früher besessenen vereinigt und auf dieser Seite auch mit einer langen hohen Mauer umschlossen.

Nun war es war daran einen eigener Priester, der den Kranken Aufmunderung und die heiligen Sakramente reichet, dem aber abzuhelfen, war bei den beschränkten Mitteln des Klosters geradezu unmöglich. Da aber die Liebe zu den armen Kranken einen eifrigen Seelsorger der Linzer=Diözese, Peter Leibetseder, dazu bewog seine Dienste dem Seelenheile der in diesem Krankenhause verpflegten Kranken zu widmen und zu diesem Zwecke aus seinem Vermögen 6000 Gulden Convektions-Münze darzubieten, auf das von den davon entfallenden Interessen er und seine Nachfolger für alle Zeiten den Unterhalt beziehen, hingegen den armen Kranken die geistliche Hilfe leisten zu können. Sobald daher bei den hohen Behörden die notwendigen Schritte getan, die Stiftbriefe errichtet und genehmigt waren, dachten die Klosterfrauen auch daran, für den Krankenpriester ein eigenes kleines Wohngebäude in der Nähe des Klosters anzukaufen, oder auch ein neues zu erbauen. Das Urteil der Sachverständigen erklärte sich für das letztere; seine Ausführung aber, die über 5300 Gulden Convektions-Münze gekostet, ward allein möglich gemacht, durch die Unterstützung vieler Wohltäter, deren Namen mit Recht zur immerwährenden dankbaren Erinnerung auf einer Tafel von Pergament verzeichnet, und in eine Kapfel von Zinn eingeschlossen in den Grundstein gelegt wurden. Am 18.05.1842 wurde dieser Grundstein zum gestifteten Seelsorger-Hause gelegt und die Wohnung konnte von dem Geistlichen im Herbst 1842 bezogen werden, nachdem das Haus fertig gestellt war.

Die schöne Kuppel der Kirche mit hölzernen Schindeln gedeckt, war bei ihrer bedeutenden Höhe dem Andrange der Winde und Stürme und allen Unfällen der Witterung sehr bloßgestellt, und daher eine Reparatur des Daches sehr oft notwendig. Vor wenigen Jahren, noch unter der Verwaltung der Oberin Josepha hatte sich daran ein Gewitter entladen. Ohne zu zünden, hatte es aber am Dache und an einigen Teilen des Klostergebäudes so heillose Verwüstungen angerichtet, das die Herstellung allein über 400 Gulden Convektions-Münze kostete. Nach etwa 16 Jahren hatte das Dach der Kuppel bereits wieder großen Schaden erlitten und alle Sachverständigen rieten, die Kuppel sollte mit Kupfer eingedeckt werden. Da die finanziellen Zustände des Klosters auch im Jahre 1843 eine so bedeutende Ausgabe nicht zuließen, eröffneten einige tätige Freunde desselben eine Subskription, die unter dem hohen und niedern Klerus und der Bürgerschaft gute Aufnahme fand. Was auf diesem Wege, da die Kosten sich über 3000 Gulden Convektions-Münze beliefen, nicht einkam, wurde durch Wohltäter, namentlich durch Herrn Gottlieb Weinberger freigebig dargeboten.

Um das Kloster in seinem Äussern vollendet nennen zu können, fehlte noch immer die Vollendung des Kirchenturmes. Es hatte seiner Zeit der Bau der Kirche beiläufig 75.000 Gulden Convektions-Münze verschlungen und wenn gleich nachmals (1833) im Wege der Substription durch verschiedene Wohltäter die Turmuhr und eine dritte größere Glocke beigeschafft wurde, war es doch seither bei der Ungunst der Zeiten und andern dringenden Anforderungen nicht möglich gewesen, den bis zur Kuppel aufgeführten Turm ganz zu vollenden. Was den Elisabethinerinnen nicht möglich war, das vollführte im Jahre 1845 die großmütige Freigebigkeit zweier edler Männer. Die Herren: Joseph Rochus und dessen Schwiegersohn, der bürgerliche Seilermeister Gottlieb Weinberger, ließen den Plan entwerfen, die Kuppel mit großen Kosten aufführen, mit Kupfer eindecken und ein herrlich vergoldetes Kreuz, nachdem es von Se. bischöflichen Gnaden gesegnet worden war, am obersten Punkte erhöhen, von wo weithin dieses schöne Zeichen der Erlösung und des Friedens fortan im Sonnenglanz schimmert.

Zu 100 Jährigen Jubiläumsfeier der Elisabethinen in Linz am 25.04.1846 findet sich folgende Zusammenfassung:

Vieles, sehr vieles hat sich seither an diesem verändert. An der Stelle jenes kleinen Wohngebäudes, das dürftigen Raum für einige Zellen darbot, erhebt sich ein geräumiges, zwei Stöcke hohes, solid aufgeführtes Kloster, dessen 3 Seiten den Klosterhof umgeben, statt jenes kleinen Gemaches, wo nur wenige Kranke Platz fanden, öffnen sich zwei große Säle und ein großes Zimmer, mit 61 Betten versehen …

Statt der kleinen Kapelle, die kaum für wenige Nonnen hinreichend war, ragt ein herrliches Gotteshaus mit schöner Kuppel und Turm empor, groß genug um Tausenden eine Stätte der Andacht und Erbauung darzubieten. An der Stelle der 4 Nonnen endlich, die mit geringer Habe, schüchtern und nicht wissend wo sie ihr Haupt hinlegen würden, am 17.07.1745 hieher kamen, sind jetzt 40 immer bereitwillig, die Werke christlicher Nächstenliebe an allen zu üben, die der Hülfe bedürftig sind.

Und zum Abschlusse nun noch:

Im Jahre 1926 erlangte das Krankenhaus der Elisabethinen das Öffentlichkeitsrecht

und mit 2019 sind knapp 500 Betten in dem genannten Krankenhause verfügbar.

Quelle: Laut Depeche Falk Fengler im August 2019 (dort auch weitere Quellenangaben verfügbar 

  

lithographische Stadtansicht

  

gezeichnet von Josef Hafner, um 1845

lithographiert von Josef Hafner, um 1845

verlegt im Verlag der lithographischen Anstalt des Joseph Hafner, um das Jahr 1845

gedruckt im Verlag der lithographischen Anstalt des Joseph Hafner, um das Jahr 1845

 

verlegt aber auch im Werk „Geschichte des Closters der Elisabethinerinnen zu Linz“ des regulierten Chorherrn zu St. Florian und k. k. Professor Joseph Gaisberger

in Kommission bei Quirin Haslinger, zu Linz im Jahre 1846

gedruckt bei Joh. Huemer`s Witwe, zu Linz im Jahre 1846

 

Preis: € 395,00 inkl. MwSt. (als Original)

Größe des Blattes: ca. 15,4 cm x 8,8 cm

Größe der Ansicht: ca. 12,8 cm x 7,3 cm

Bestellnummer: 212265

 

ZUM BESTELLEN HIER KLICKEN!

 

 

 

 

 

 

Hinweise zum Copyright auf dieser Homepage:

Sämtliche Verwendungs- und Reproduktionsrechte für die Online gestellten Abbildungen liegen bei der Firma Falk Fengler und Familie.

Wir bitten Sie ausserdem zu beachten, das alle Texte auf dieser Homepage dem Copyright der betreibenden Firma “Falk Fengler und Familie” unterliegen. Wenn Sie Texte kopieren und anderswo präsentieren, dann bitten wir um eine kurze Mitteilung und um eine Quellenangabe zu dem betreffenden Textstück.

2019-08-13T01:44:28+00:00