Linz von 1593 (1594/1617/1667)

/Linz von 1593 (1594/1617/1667)

Linz von 1593 (1594/1617/1667)

212101-Linz-1667 

-historische Kartenbezeichnung: Linsum Austriae vulgo Lintz –

-heutige Bezeichnung: Linz

-heutige Lage oder auffällige Begebenheiten: Die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz, mit dem Linzer Schloss und der Nibelungenbrücke, welche die Stadt mit der anderen Donauseite verbindet, auf welchem das ehemals eigenständige Dorf Urfahr (hier mit dem verschwundenen Schloss Hagen) liegt. Im Hintergrund die oberösterreichischen Städte Enns, Ebelsberg und Steyregg

 

 

 

Dieser Stich zeigt fast das gesamte Linzer Becken mit Hauptaugenmerk auf die Stadt Linz am Ende des 16. Jahrhunderts in der Bildmitte. Die Stadt Linz (heute eine Großstadt) an der Donau im österreichischen Bundesland Oberösterreich ist von diesem bereits seit 1490 die Landeshautstadt. Von der Donau bis zum Taubenmarkt (in Nord-Süd Ausdehnung) und vom Römerberg (mit der Martinskirche) bis zum heutigen Graben (in West-Ost Ausdehnung). Hierbei sieht man die gesamte historische Bausubstanz der Stadt Linz, welche sich erst ab den Jahren zwischen 1873-1939 von den hier ersichtlichen 6 qkm auf die heute über 96 qkm große Stadt erweitern und entwickeln konnte. Sehr schön sieht man noch das 1600 abgebrannte Schloss und die bis ins 18. Jahrhundert abgetragene Stadtmauer, aber auch den Ludl, welcher sich ungefähr beim heutigen Graben als kleiner Donaunebenarm abzweigte und so das Dorf Lustenfelden mit dem Schloss Egeregg* (heute ungefähr die Lederergasse) von der Stadt Linz trennte. Weiter dahinter lag noch der Edelsitz Lustenfelden* (ungefähr die heutige Kaplanhofstraße). Heute gehört die Ludl* teils zum Linzer Kanalisationssystem wodurch vom dem Gewässer nichts mehr zu sehen ist. Des weiteren sieht man noch die hölzerne Nibelungenbrücke* welche Anfang des 16. Jahrhunderts zwischen Urfahr und Linz errichtet wurde, damals noch knapp über dem Wasser der  Donau und als überhaupt erst 3. Brücke über die Donau in der österreichischen Monarchie.  Das Ufer (Urfahr) welches dadurch an die Stadt Linz angebunden wurde, war noch ein kleines Dorf mit eine, hier leider nicht zu sehenden Kirche, welche der Stadtpfarre Linz unterstand. Zu Urfahr gehörte das lange bedeutende Schloss Hagen, welches Mitte des 20. Jahrhunderts abgerissen wurde und an dessen Platz heute die neue Bruckner-Universität ensteht. Es erinnert noch die Hagenstraße an das Schloss, welcher auf dieser Ansicht so schön im unteren rechten Bildeck zu sehen ist. Gleich rechts daneben ist einer der ältesten alten Wege nach Linz zu sehen, der sogenannte „Schefweg“.

 

Aber auch die Stadt Steyregg am Fuße des Pfennigberges ist gut erkennbar, genauso wie die dahinter auf dem Luftenberger Berge stehende und heute an diesem Standort nicht mehr existente Burg Luftenberg. Desweiteren sind die damals noch selbstständigen Dörfer St. Peter (heute zu Linz und nicht mehr vorhanden, auf deren Gebiet erstreckt sich heute die Vöst) und Ebelsberg, welches 1938 zu Linz eingemeindet wurde und bereits südlich der Traun liegt, ersichtlich. Und auch die Stadt Enns ist auf dieser weiterläufigen Ansicht sichtbar. Ganz im Hintergrund sind dann, genauso wie heute bei Schönwetter, die Alpen in ihrer so tollen Panorama erkennbar, so sieht man vorn links nach rechts, den Ötscher, die Ennstaler Alpen, das Warscheneck, die Prielgruppe und den Dachstein.

 

Sehr schön auch die im Index gezeigten Benennungen der diversen Ortschaften auf dieser Ansicht und ihre altertümliche Schreibweise:

A — Der Haeck — das heute nicht mehr existente Schloss Hagen

B — Das Ouver — das Dorf Urfahr

C — Das Weerdt — heute unbekannter Flurname

D — Der Loedel — ehemaliger rechter Donauarm der Ludl

E — Steyreck — die Stadtgemeinde Steyregg

F — Loftenbourch — die heute nicht mehr existente Burg Luftenberg auf dem  Berg

G — Ems — die Stadt Enns

H — Ouersberch — heute zur Stadt Linz gehörender Stadtteil Ebelsberg

I — Sanct Peters — heute zur Stadt Linz gehörendes Gebiet des ehemaligen Dorfes St. Peter

K — Die Pfarkiche — auch heute noch die Pfarrkirche

L — Das Raedthaus — das alte Linzer Rathaus

M — Das Landt Thoor — der heute nicht mehr existente Schmidtorturm, ehemals zwischen Hauptplatz und Taubenmarkt

N — Das Schlos — heute Schlossmuseum

O — Sanct Martin — heute die Martinskirche

P — Das Voorsters Haus — uns noch unbekannt, aber womöglich das Jägerhaus in Leonding

Q — Trauuenstein — Der Traunstein

R — Der Ertzberch — definitiv nicht der Wiener Erzberg, sondern vielmehr der Ötscher

S — Die Donau — Die Donau, noch lange vor ihrer Begradigung

 

 

Kupferstich-Stadtansicht

diese Karte zeigt den oberösterreichischen Bauernaufstand, im Jahre 1626

im linken Vordergrund ein sitzender Maler (wohl Lukas van Valckenborch höchstselbst) mit einer weiteren (stehenden) Person und im rechten Vordergrund (wohl vom Schloss Hagen ausgehend) eine Jagdgesellschaft mit Hunden und Reitern

und im Hintergrund, das ganze (bei Schönwetter vom Pöstlingberg) sichtbare Alpenpanorama, vom Ötscher bis zum Dachstein, darüber im rechten oberen Bildeck ein Index von A – S (ohne j)

 

 

 

Dieser, als Stadtansicht ausgeführte Kupferstich ist ein vom originalen Gemälde verändertes Duplikat. Und von diesem ein nochmaliges Duplikat.

 

Das Original ist ein 1593 von Lukas van Valckenborch gezeichnetes und im Frankfurter „Städel“ Museum ausgestelltes Gemälde.

 

Die von diesem Gemälde ausgehende Stadtansicht wurde wohl von Georg (Juris) Hoefnagel 1594 angefertigt und im Städteatlas „Civitates Orbes Terrarum“ (5. Teil) von (Georg) Braun & (Franz) Hogenberg 1617 verlegt. Bei der Veränderung vom Gemälde zum Kupferstich haben sich auch manche Dinge der Ansicht verändert. Zum einen sitzt im Original die 2. Person neben Lucas van Valckenborch (während diese dann am Kupferstich hinter dem Maler steht) und zum anderen haben sich die Gipfel der Alpen doch deutlich verändert. Aber auch die Traun, welche am Original doch recht deutlich zu sehen ist, ist auf dem Kupferstich dann verschwunden. Zusätzlich hat der Kupferstich des Georg Hoefnagel diverse Lokalitäten mit Buchstaben gekennzeichnet und einen kleinen Index (mit mächtigen monumentalen als Bildhalter gehaltenen Rahmen und den folgenden Informationen ausgestattet: effigiauit Lucas v. Valckenburch / communicauot G. Houfnaglius / anno 1594) im oberen rechten Bildeck hinzugefügt. Lt. den Lebensläufen von Hoefnagel und van Valckenbourch (auf Wikipedia) ist es gut möglich das sich beide in Frankfurt/Main getroffen haben und Hoefnagel dort vom Gemälde des van Valckenborch abzeichnete (dies ist aber eine unbewiesene Theorie von uns). Der vorher kurz beschriebene Rahmen des Indexes ist auch der einzige Unterschied zu der uns hier vorliegenden 1667 neu aufgelegten Kopie, des Johann Janssonius.

Nach längerer Recherche konnten wir heraus finden, das die uns und dadurch auch für Sie, hier vorliegende Ansicht, eine Kopie von Johann Janssonius (auch Jan Janszoon genannt) ist und in allen Facetten, abgesehen des fehlenden Rahmens um den Index, dem Kupferstich des Georg Hoefnagel entspricht. Verlegt wurde diese neu aufgelegte Linzer Ansicht von Johann Janssonius 1667 in dessen Städtebuch „Urbis Totius Germaniae Superioris“.

Ebenfalls nach mehrmonatiger Suche konnten wir den Platz finden an welchem wohl der Maler Lucas van Valckenborch um 1593 dieses heute älteste Gemälde der Landeshauptstadt Linz erschuf. Der Platz liegt auf einer kleinen dicht verwachsenen Anhöhe neben der Kreuzung des Schablederweg mit der Urbanskistraße, nicht weit der Pöstlingbergbahnhaltestelle „Am Tiergarten“. Auf der Suche nach diesem Platz, welcher uns etliche Besteigungen des Pöstlingberges bescherte zeigte sich aber das dieses Bild auf 2 Mal gezeichnet wurde. Den den Traunstein sieht man unterhalb der Pöstlingbergbahnhaltestelle „Schablederweg“ bei der Emil-Futter-Straße nicht mehr. Möglich das er das Alpenpanorama mit dem Alpenvorland am alten Schafweg, welcher unterhalb der heutigen Pöstlingbergkirche Richtung Gramastetten verlief, vorzeichnete. Wodurch auch eine gewisse Verzehrung des Gesamtbildes erklärbar wäre, was ja einem Ortsunkundigen nicht auffallen würde. Den Bildvordergrund wiederrum muss er aber von dem Platz auf der Anhöhe neben der Ecke Urbanskistraße/Schablederweg gezeichnet haben, den sonst hätte er keinen so schönen Blick auf das Schloss, das Ufer (Urfahr) und die Donau bekommen.

 

Quellenverzeichniss:

 

Franz Pfeffer, Altwege und Altgrenzen auf dem Pöstlingberg und Lichtenberg bei Linz

Fr. Ganslin, vom Städelmuseum in Frankfurt/Main, welche uns freundlicherweise einen kleinen Scan des Gemäldes von Lucas van Valckenbourch zur Verfügung stellte, ohne welchen unsere kleine Beschreibung zu der Karte und dem Gemälde gar nicht erst gelungen wäre

Benedict Pillwein, Geschichte der Stadt Linz

Franz Wilflingseder, Geschichte des einstigen Freisitzes Egereck in Linz, Jahrbuch der Stadt Linz 1954

Norbert Grabherr, Burgen und Schlösser in Oberösterreich

ausserdem unser eigenes angesammeltes Kartenmaterial

und verschiedene Artikel auf „LinzWiki“ und „Wikipedia“ die wir zur kurzen Abklärung oder Absicherung immer wieder mal verwendet haben, u.a. für Lucas van Valckenborch, Georg Hoefnagel, Johann Janssonius, Ebelsberg, Linz, Nibelungenbrücke, Schloss Hagen, Schloss Luftenberg, der Ludl, das Schloss, das Ufer, Edelsitz Lustenfelden, Schloss Egeregg usw. um nur einige zu nennen

önigl. Maj. in Pohlen und Churfürstl. Durchl. zu Sachsen Buchhändler“, in Leipzig 1724

 

 

ZUSATZINFO: DIESER STICH IST NUR EIN NACHSTICH DES VORHER BESCHRIEBENEN ORIGINALES. LEIDER LIESEN SICH KEINE INFORMATIONEN FINDEN. WIR SCHÄTZEN DAS DATUM DES HOLZDRUCKES AUF ca. 1900. IN DIESEM ZEITRAUM HAT ES EIN KURZES REAMAKE DIESES EXTREM ALTEN DRUCKVERFAHRENS GEGEBEN. ES IST ALLERDINGS MÖGLICH DAS DER STICH AUCH JÜNGER (bis 1940) ODER ÄLTER (ab 1880) IST, DENN LEIDER KONNTEN WIR DEN STICH WEDER OSKAR SACHSBERGER, NOCH BENEDIKT PILLWEIN oder Dr. EDUARD STRAßMAYR ZUWEISEN. MÖGLICH IST AUCH (AUFGRUND DER GRÖßE DER KARTE), DAS DER STICH ALS EINZELWERK HERAUSGEBRACHT WURDE.

 

 

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2015-09-19T12:44:09+00:00