Ober Oesterreich – Markt Urfahr – von 1824

/Ober Oesterreich – Markt Urfahr – von 1824

Ober Oesterreich – Markt Urfahr – von 1824

   -historische Kartenbezeichnung: Ober Oesterreich Markt Urfahr –

-heutige Bezeichnung: Linz (heute Höhe „untere Donaulände“ 66) mit Blick auf Urfahr 

-heutige Lage oder auffällige Begebenheiten: Dieser, aus der Hand des bekannten Künstlers Jacob Alt stammende Stich, richtet den Blick gen Urfahr. Ungefähr  auf Höhe des zur, heute nicht mehr vorhandenen Linzer Wollenzeugfabrik, gehörenden „Zwirnerstöckl`s“ (heute „untere Donaulände“ Nr. 66). Dieses, sogenannte „Zwirnerstöckl“ bekam seinen Namen von der hier getätigten Arbeit des „zwirnens“ . In diesem „Zwirnerei“ wurde also das bereits gesponnene und dupplierte Garn „verzwirnt“. Ein Arbeitsgang, welcher stets in der hauseigenen Zwirnerei (mutmaßlich also im hier ersichtlichen Gebäude) betrieben. Erwähnenswert ist das deshalbt, weil andere Arbeitsgänge, wie etwas das Spinnen in Heimarbeit vergeben wurden. Das Gebäube der Zwirnei wurde im Jahre 1737 erbaut und bereits 1774 aufgestockt. Dieses „Zwirnerstöckl“ ist heute der letzte, noch vorhandene Rest, der einst so wichtigen Linzer Wollenzeugfabrik und fungiert seit 1950 es als Kindergarten- und Hortgebäude des Landes Oberösterreich. Der von uns hier vermutete Punkt trägt am „franziszeischen Kataster“ (von 1826), die Nr 364.

Folgend nun noch einige Details zur Linzer Wollenzeugfabrik aus dem 1794 erschienen 4. Band des Werkes von Ignaz de Luca „Landeskunde und Chronik zur Gesetzkunde des Landes ob der Enns“:

Im Jahre 1672 erhielt Christian Sind, ein Linzer Ratsbürger und Handelsmann für sich und seine Nachkommen von Kaiser Leopold I. das Privileg eine Manufaktur in Kadis und anderen Wollenzeugen zu errichten. Diesem war auch das Privileg einer Schön-Färberei hinzugefügt. Zum neues Standort dieser Fabrik wurde die ca. 15min ostwärts von Linz gelegene Spitalwiese im Wörth (Werder), mit der Bedingung eines jährlichen an Linzer Bürgerspital zu richtenden Grunddienstes, erwählt. Hierzu gehörten auch einige am Ludlbach gelegene Augründe. Unter Christian Sind und seinem Kampfe gegen die, sich beständig gegen die Manufaktur wehrenden Färber und Weber, hatte das Unternehmen keine Entwicklungschancen. Weshalb Christian Sind bereits 1678 seine Manufaktur an seinen Schwiegersohn Mathias Kolb abtrat, dessen Bruder Dominicus Kolb übernahm wiederrum 1692 die Manufaktur, nachdem Mathias Kolb verstorben war. 1716 ging die Fabrik an den Herrn von Kolbenthurn über, wovon diese dann 1722 an die „orientalische Kompagnie“ veräussert wurde, was mit 01.01.1723 in Kraft trat. Aufgrund dieses Kaufes musste die „orientalische Kompagnie“ wiederum ihre zuvor errichtete „Schwechater Kattunfabrik“ abtreten. Die „orientalische Kompagnie“ bekam in weiterer Folge zahlreiche Wiener Privilegien wodurch die Linzer Wollenzeugfabrik einen ersten Aufschwung nahm und zahlreiche Bauvorhaben konnten nun umgesetzt werden. So kam um 1722 das gräflich „Grundemanische Schlößl“ nächst dem sogenannten Theresianum (ein ehemaliges Waisenhaus) in den Bestand der Linzer Wollenzeugfabrik und der für Linz so wichtige und bekannte Bau- und Mauerermeister Johann Michael Brunner (Pruner, Prunner, Bruner) bekam den Auftrag in der Nähe des Ludlarmes ein, um einen Hof gezogenes Gebäude aufzuführen. Um 1750 brachten missglückte Spekulationen die „orientalische Kompagnie“ allerdings in solch große Zahlungsschwierigkeiten, das diese die Linzer Fabrik abgeben musste. So übernahm 1754 schließlich der österreichische Kaiserhof die Fabrik. Dieser erklärte 1764 die Wollenerzeugung für Jedermann frei und entzog der Linzer Fabrik das Privilegium „privativum“, in dessen Folge die Fabrik erst einmal, durch dei vielen neuen Fabriken unter Druck geriet und die böhmischen Spinnereien abgeben musst. Im Anschluss fand sie allerdings nochmals einen Aufschwung und wuchs zur größten Textilfabrik an. In den 1770er Jahren war dann, mit der Einbeziehung des früheren Zuchthauses der größte Umfang der Fabrik erreicht. Neben allerhand Aus- und Umbauten und Zukäufen in diesen Jahren, wie 1773 der Ankauf des sogenannten „Lambl“ (Lamm) Wirtshaus des Hanns Georg Poll,  erhielt die Feuerwache der Fabrik 1775 große Feuerspritzen und lederne Wasserampern.

Weiters ist dem Bild noch eine ausgezeichnete figürliche Staffage beigefügt und so sieht man im Vordergrund einige beobachtende Personen, während andere mit ihrer Tagesaufgabe beschäftigt sind. So sieht man, auf einem, auf dem 1572 bei einem Donau-Hochwasser entstandenn Fabriksarm liegenden Flosse Wäscher- oder Färberinnen, welche wohl gerade gefärbtes Wollzeugs waschen. Unmittelbar daneben lässt sich der, donauaufwärts gerichtete Spitz, der Straßerinsel (Strasserinsel, auch Soldaten-Au genannt) erkennen. Des Betrachters Blicke schließt sich weiter link, die Donau überquerend die, noch hölzerne Nibelungenbrücke an. Im Hintergrund ist der, erst 1808 zum Markte erhobene Ort Urfahr mit der 1785 zur Pfarre erhobene Urfahraner Pfarrkirche (welche bis wenige Jahre zuvor als Klosterkirche des Urfahr`aner Kapuzinerklosters fungierte) zu sehen. Weiters finden sich einige Häuser und Gehöfte am Fuße des auslaufenden Pöstlingberges, welcher (hier ganz rechts am Bergspitz) die 1748 fertiggestellte Pöstlingbergkirche auf seinem Haupte trägt. 1919 wurde Urfahr, mitsamt der Gemeinde Pöstlingberg nach Linz eingemeindet und 1964 die Wallfahrtskirche am Pöstlingberg zur Basilika Minor erhoben. (Quelle: stadtgeschichte.linz.at unter Denkmal zu „Zwirnerstöckl“/ wikipedia.org zur „Pöstlingbergkirche und Dr. Eduard Straßmayr zu „Die Linzer Wollenzeug= und Teppichfabrik in der Reiseliteratur) 

  

grau-stufige lithographische Ansicht

   

gezeichnet von Jacob Alt, um das Jahr 1824

lithographiert in der lithographischen Anstalt des Adolph Friedrich Kunicke, zu Wien im Jahre 1824

verlegt im 1. Teil des (zweiteiligen) Werkes „Donau-Ansichten vom Ursprunge bis zum zum Ausflusse ins Meer“ aus der lithographischen Anstalt des Adolph Friedrich Kunicke, zu Wien im Jahre 1824

 

Preis: € 1200,00 inkl. MwSt. (als Original)

Größe des Blattes: ca. 55,7 cm x 39,4 cm

Größe der Ansicht: ca. 35,9 cm x 24,2 cm

Bestellnummer: 212284

 

 ZUM BESTELLEN HIER KLICKEN!

 

 

 

 

 

 

Hinweise zum Copyright auf dieser Homepage:

Sämtliche Verwendungs- und Reproduktionsrechte für Abbildungen von Objekten , welche wir zur Vervielfältigung anbieten, liegen bei der Firma Falk Fengler und Familie. Dies betrifft grundsätzlich vor 1801 erschienene bzw. herausgebrachte Werke und dergleichen. Alle käuflich erwerbbaren Objekte dieser Seite(n) unterliegen teils möglicherweise (1801 bis 1860) bzw. teils ganz sicher noch (1861 bis 1950 und weiter bis heute) dem Urheberrecht, weshalb wir hiermit hinweisen, das die (unter diese beiden letztgenannten Rubriken fallenden) abgebildeten Darstellungen (möglicherweise) noch dem (wenn eruierbar gewesen) angegebenen Urheber oder Verlage unterliegen und wir diese hier, nur als „Dritte“ dem besseren Verkaufsgange halber abbilden. Wir bitten daher, von Kopien, von diesen Abstand zu nehmen, um sich vor etwaigen Ersatzansprüchen zu schützen. Um mögliche Vervielfältigungen von unserer Homepage aus (so gut es möglich ist), zu verhindern, werden alle gezeigten Objekte in einer äusserst geringen Pixel-Qualität gezeigt. Alle von uns digitalisiert angebotenen graphischen Objekte werden, natürlich in bester Qualität (je nach Größe 300 dpi, 600 dpi oder auch 1200 dpi) weitergeleitet. Alle weiteren, also  im Original, erwerbbaren Objekte werden natürlich im besten bzw. im abgebildeten Rahmen verschickt. Bitte nutzen Sie in jedem Falle unsere „Bestell-Links“ und nutzen  Sie die dort genannten Abläufe. Allfällige Verwertungs- und/ oder Urheberrechte an der jeweiligen Graphik, am jeweiligen Bild oder Foto verbleiben natürlich uneingeschränkt beim Rechteinhaber, sofern diese nicht bereits abgelaufen sind oder dieser darauf verzichtet hat. Dies sollte auf alle käuflich erwerbbaren Graphiken zutreffen. Trotzdem bitten wir Sie zu beachten das es sich bei ahnenwiki.at um ein Datenbanksystem handelt, welches den Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes (siehe § 40f des österreichischen Urheberrechtsgesetztes) gemäß, geschützt ist. Urheberrechte an den einzelnen Aufnahmen bzw. Darstellungen sind, insofern sie nicht bereits abgelaufen sind, zusätzlich beim jeweiligen Rechteinhaber vorhanden und werden durch die Schutzrechte für diese Datenbank nicht berührt.

Wir bitten Sie ausserdem zu beachten, das alle Texte auf dieser Homepage dem Copyright der betreibenden Firma “Falk Fengler und Familie” unterliegen. Jedwede Information oder Datei (Bild-, Foto-, Graphik- oder Textdateien) dieser Website darf ohne eine, im vorhinein stattgegebene schriftliche Zustimmung  in keinster Weise reproduziert oder in irgendeiner anderen Form verwendet werden. Verwendete Marken und/oder Logos sind Eigentum des jeweiligen Markeninhaber`s / -inhaberin. Eigenmächtige Veränderungen, in jedweder Form an Inhalten bzw. an der Gestaltung dieser Website sind ausnahmslos unerwünscht und von unserer Seite, ohne schriftliche Genehmigung nicht gestattet, auch nicht durch Dritte, die eventuell ihre Rechte (durch Inhalte oder Gestaltung dieser Website) verletzt sehen. Wir gehen davon aus und erbitten uns auch, das, wenn Inhalt oder Aufmachung dieser Website – unbeabsichtigt- die Rechte Dritter oder gar gesetzliche Bestimmungen verletzen, wir nach bekannt werden unverzüglich eine, noch ohne Kostenaufstellung versehene Nachricht (elektronisch oder schriftlich) erhalten.

Wenn Sie Texte kopieren und anderswo präsentieren wollen, dann bitten wir um eine kurze Mitteilung und Anfrage.

2019-08-30T19:51:04+00:00