Werke der Wiener Firma HPS – Hermann Pollack & Söhne -e

/Werke der Wiener Firma HPS – Hermann Pollack & Söhne -e

Werke der Wiener Firma HPS – Hermann Pollack & Söhne -e

   -historische Kartenbezeichnung: Herrn Pollack`s Söhne –

-heutige Bezeichnung: Chrastava –

-heutige Lage oder auffällige Begebenheiten: Mit Anfang der 1830er Jahre gründete, der aus Süd-Mähren stammende Hermann Isak Hirsch Pollack ein Geschäft zum Zwischenhandel mit Textilien (auch Kurrentwarenhändler genannt). 1867 trat der 1839 geborene Sohn Leopold Pollack (mit seinem Bruder Bernhard) in die väterliche Firma ein und übernahm diese dann 1871, wobei auch der Name auf Fa. H. Pollack`s Söhne protokolliert wurde. 1918 wurde dieser sogar in den Adelsstand erhoben, als Großindustrieller Leopold Freiherr Pollack von Parnegg (+1922). Im Laufe der Zeit holte er auch seine Söhne als Gesellschafter in die Firma, deren Gründer Hermann Pollack im Jahre 1881 zu Wien verstarb. Nach dessen Tod beschäftigte sich die Firma immer weniger mit dem Zwischenhandel, bis dann komplett auf Webwaren- und Textilerzeugnisse umgestellt war. Dazu gründete oder kaufte Leopold Pollack einige Baumwollspinnereien und Webereien in Böhmen, aber auch in Schlesien und in Frankreich. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Grundsteine für die später äusserst erfolgreiche Wiener Firma HPS gelegt. Denn in diesem Zeitraum wurde eine am linken Ufer der böhmischen Triebe (heute tschechisch: Trebovka) gelegene Mühle für das Waschen von Schafswolle von dessen Besitzer Hrn. Matysek zu einer Walke umgebaut. Dies war die Grundlage, auf welche der spätere Käufer (im Jahre 1848) Augustin Spanner (aus Zwittau = heute tschechisch Svitavy) seine Spinnerei für Baumwollabfälle gründen konnte, bereits 1849 wurde sie in eine dampfbetriebenen Textilfabrik umgewandelt. 1858 wurde die Fabrik unter ihrem nächsten Besitzer Leopold Abeles um einiges vergrößert und auch erweitert. Der Personalstand betrug bereits über 300 Personen. Im Jahre 1881 war es schließlich soweit, denn das mittlerweile bedeutende Unternehmen wurde an die Wiener Firma HPS – Hermann Pollack und Söhne – verkauft. Mit bereits um die 500 Mitarbeiter. Zur damaligen Zeit hatte das Werk einzigartige Funktionen wie Werkskindergarten und Personal-Speisesaal, ab 1887 auch eine eigene Feuerwehr. Nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie, der Zwischenkriegszeit und der deutschen Annektion hatte auch das Textil-Unternehmen HPS mit der Menge an verschiedenen Werken seine Probleme. Das Werk in böhmisch Trübau (welches die hier gezeigte Ansicht Nr. 220034) mit dem in der Pardubitzer Region (heute tschechisch Pardubicky kraj) zu Trübau gehörenden Dorfe Parnik (heute tschechisch auch Parnik) im Vordergrunde zeigt, im linken Hintergrund sieht man die Stadt Böhmisch-Trübau (heute tschechisch Ceska Trebova) gelangte 1938 an die Deutsche Textil-Aktiengesellschaft (aus Berlin), welche das Werk zur Waffenproduktion umfunktionierte. Kurz nach dem „fast alles zerstörenden“ Kriege wurde das, nun tschechoslowakische Werk in das neugegründete Unternehmen Perla Ceska Trebova eingegliedert. Seit dem Jahre 2000 wird die Trübauer Textil-Tradition, in einem viel kleineren Werke unter dem Namen Nitarna Ceska Trebova s.r.o. weitergeführt. Mit einiger Recherche konnte das alte Werksgelände im Trübauer Ortsteil Parnik am linken Triebe-Ufer gefunden werden. Heute steht dort ein Shopping-Gebiet an der Dr. E. Benese-Straße. Auf der anderen, rechten Triebe-Seite aber, da steht direkt noch ein, langsam vor sich hin verfallendes Werksgebäude (Straße Husova Nr. 93 auf der Ansicht Nr. 220034 das vorderste, linksseitige Gebäude). Auf dieser Ansicht sieht man zusätzlich im Hintergrund (rechtsseitig) einen Zug der k.k. nördlichen Staatsbahn von Brünn nach Bodenbach. Ein weiteres Werk hatte die Firma Hermann Pollack Söhne in der nordböhmischen Stadt Kratzau im Bezirk Reichenberg (heute tschechisch Chrastava im Okres Liberec) erworben. Dabei handelte es sich um eine (bereits 1815) errichtete (später „mechanische“) Weberei (siehe hierzu die Nr. 211060). Das Fabriksgelände lag in der Straße Frydlantska und an dem Bach Jerice (fließt in Kratzau in die Lausitzer Neise). Um das Jahre 1875 gründete die Firma HPS auch ein Werk in Großdorf bei Braunau in Böhmen (seit 1950 zu Braunau eingemeindet, heute tschechisch Velka Ves als Ortsteil von Broumov)  zwischen dem Fluss Steine (Stenava) und dem 1875 neu entstandenen Bahnhof Braunau, der Bahnstrecke Halbstadt über Braunau nach Mittelsteine. Das Werk in Großdorf bei Braunau beinhaltete eine Makro-Feinspinnerei, eine Zwirnerei, eine mech. Weberei und eine Bleiche (hierzu siehe man bitte die Nr. 202095). Um 1893 wurde eine Dampfmaschine an die Fa. Hermann Pollack`s Söhne (HPS) nach Neurode im Eulengebirge, im niederschlesischen Kreis Glatz (heute polnisch Nova Ruda im Powiat Klodzki) geliefert, da auch hier der Bahnhof und die Zugverbindung erst im Jahre 1879 eröffnet werden konnte, so wird wohl auch die (unter der Nr. 214044) abgebildete Fabrik erst um 1890 errichtet worden sein, im Hintergrund sieht man eine Zuggarnitur der „schlesischen Gebirgsbahn“. Die in Neurode entstandene Fabrik war mit einer Zwirnerei, einer mech. Weberei, einer Färberei, einer Appretur und einer elektrischen Copsbleiche ausgestattet. 1887 wurde dann auch noch eine mechanische Kattunweberei im böhmischen Dörfel bei Friedland (heute tschechisch Viska, eingemeindet zu Visnova u Frydlantu (Weigland bei Friedland)) errichtet (hierzu siehe man bitte die Nr.206031). Desweiteren besaß die Firma auch noch eine Fabrik mit elektrischer Bleiche, Färberei und Appretur (Nr. 223126 zeigt die Lithographie) in Floridsdorf bei Wien, heute als 21. Wiener Bezirk eingemeindet und auf dem einstmaligen Hermann Pollack Söhne gehörenden Areal an der Voltagasse 55 bis 63 (Areal der Baumwollfärberei) & Pragerstraße 43 bis 47 (Appel-Hof mit der sogenannten kleinen Pollack-Wiese) stehen heute Wiener Wohnhäuser. Erbaut in den 1950 Jahren, nachdem die geschlossene Fabrik geschliffen wurde. Zur Central-Niederlage und dem Comptoir zu Wien, im I. Bezirk „Innere Stadt“ in der Vorlaufstraße 3 gibt es keine Lithographie, dieses Gebäude war 1905 auf Leopold und Bernhard Pollak als Besitzer ausgeschrieben. Erbaut im Jahre 1890. In der größten Blüte hatte HPS (Hermann Pollack`s Söhne) über 4000 Mitarbeiter in mehreren Ländern und gut einem Dutzend Fabriken. –

Quellen siehe auf: www.geni.com (zu Pollack) / www.biographien.ac.at (zu Leopold Pollack) / www.wikipedia.org (zu Kratzau, Trübau, Großdorf, Braunau, Schlesische Gebirgsbahn, Neurode, Dörfel ) / prumyslovepamatky.cz (zu Textilfirmen in Kratzau) / www.wienerwohnen.at (zu Voltagasse & Pragerstraße ergo Baumwollfärberei in Wien/Floridsdorf & Lenobel`s Häuser-Kataster von 1905  

 

lithographierte Ansicht

auf einer Faktura-Rechnung mit 6 Lithographien, gesandt Richtung Friedberg am 03. Aug. 1911 (von Wien aus), mit aufgeklebter 10 Heller Briefmarke und einer Vignette mit dem Doppeladler

 

gezeichnet von „unbekannt“, um das Jahr 1911

lithographiert von „unbekannt“, um das Jahr 1911

herausgegeben auf einer Rechnung der Central-Niederlage u. Comptoir zu Wien, I. Bezirk in der Vorlaufstr. 3 von Herrn Pollack`s Söhne (Baumwoll-Spinnerei, Zwirnerei, mech. Weberei, Färberei und Appretur, electr. Cops-Bleiche, Geschirr-Strickerei), im Jahre 1911

 

Preis: € 45,00 inkl. MwSt. (als Original)

Größe des Blattes: ca. 8,5 cm x 4,4 cm

Größe der Ansicht: ca. 7,8 cm x 3,8 cm

Bestellnummer: 211060

 

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